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Ein ständiges Auf und Ab..

Im Dezember 2005 führte mich das Leben mit Linda und Sylvia zusammen, die ich in einem kleinen Geschäft in Simmern "belauschte", als sie auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen lieben Vereinskameraden waren. Ich hörte tiefe Dankbarkeit aus den Worten, mit denen sie der Verkäuferin erklärten, warum dieser Mann unbedingt ein Geschenk verdient habe, hörte "Gnadenhof" und "ohne ihn wären wir verloren". Am nächsten Tag brachte mir eine Kollegin eine große Menge an Katzenfutter mit, die ihr verwöhnter Tiger verschmähte, und mir fiel sofort wieder die gestrige Begebenheit ein.

Ich rief kurzerhand in dem Geschäft an und dort konnte man mir glücklicherweise die Telefonnummer geben. Ich rief also an und wir vereinbarten eine "Übergabe" des Futters. Kurze Zeit darauf fuhr ich dann zum ersten Mal zum Gnadenhof und bekam einen Eindruck von der unglaublichen Arbeit, die dort tagtäglich geleistet werden muss. Mir war klar, dass hier mit ein paar Futterdosen alle paar Monate nicht geholfen ist. Ich begann in unregelmäßigen Abständen, meist zusammen mit meiner Schwägerin Ulli oder mit meinem Mann Frank, Spaziergänge mit den Hunden zu unternehmen. Im Laufe der Zeit wurden mir die Spaziergänge immer wichtiger und es fiel mir zunehmend schwerer, diese mal ausfallen zu lassen. Mich plagte das schlechte Gewissen, denn wenn man einmal erlebt hat, welche Freude die Hunde dabei haben, dann weiß man, man tut etwas Gutes, auch wenn es nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist. Mittlerweile brauche ich diese Spaziergänge fast mehr als die Hunde. Eine besonders enge Beziehung ist dabei mittlerweile zu Tongo entstanden. Dieses Kraftpaket auf drei Beinen zeigt mir jedes Mal aufs Neue, wie froh und unbeschwert man durchs Leben rasen kann, auch wenn man schon einige Schicksalsschläge zu verkraften hatte, und dass einzig das Jetzt zählt, was der Mensch viel zu oft vergisst.

 

 

Tongo, du bist mein persönlicher Held! 

Meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin begann ich ebenfalls im Jahr 2005 und es war sicherlich kein Zufall, dass genau zu dieser Zeit der Gnadenhof in mein Leben trat. Es haben sich unendlich viele Möglichkeiten für mich ergeben, Tiere zu untersuchen und diese mit homöopathischen Mitteln zu behandeln.

Der Höhepunkt dieser "Zusammenarbeit" waren bislang sicherlich - für beide Seiten - die Praxistage mit meiner Schule im Mai 2007. Zwei Tage lang haben wir etliche Pferde und auch Hunde untersucht, ihre Geschichten gehört und versucht, von jedem Tier ein möglichst umfassendes Gesamtbild zu bekommen, um die Ursachen für die vorliegenden Beschwerden und Erkrankungen zu finden und am Ursprung anzugehen; danach wurden individuelle Behandlungspläne aufgestellt. Dies war eine ganz besondere Gelegenheit, für die ich mich hier noch mal im Namen aller Teilnehmer ganz herzlich bei euch bedanken möchte!

Es gab kleinere und größere Erfolge mit meinen Behandlungen, aber leider auch immer wieder Rückschläge… Wie die liebe Biene, die vor Kraft und Energie nur so strotzte und es doch nicht schaffte, ihre Erkrankung zu überwinden und völlig unerwartet starb, oder Shanna, der hübsche Ridgeback mit dem treuen Blick, den der Krebs leider besiegte, und auch Silas - dessen Tod auch unsere gesamte Schulklasse sehr berührt hat. In den vergangenen 2 Jahren habe ich viele Schicksalsschläge auf dem Hof mitbekommen und kann immer wieder nur sagen: Hut ab! Nicht viele Menschen würden diese Arbeit auf sich nehmen. Es ist nie leicht, selten unbeschwert und oft niederschmetternd; es ist ein Leben mit vielen Abschieden, Entbehrungen und kräftezehrenden Aufgaben. Nicht aufzugeben und tapfer weiterzumachen, die Kraft dazu kann jedoch wiederum nur von den Tieren selbst kommen, die ihre Dankbarkeit zeigen, hier einen Platz gefunden zu haben, wo man sie liebt und umsorgt, das wissen - zumindest die meisten von ihnen, James bildet da vielleicht eine der Ausnahmen - ganz sicher zu schätzen. Dem Ganzen immer wieder etwas Positives abzugewinnen, weiterzumachen mit ganzer Kraft, dazu gehören riesige Portionen Optimismus und Idealismus - die hattet ihr in der Vergangenheit und die wünsche ich euch von ganzem Herzen auch für die Zukunft! Für mein Leben seid ihr und euer Gnadenhof eine echte Bereicherung!

 

von Sandra Sievers