Mikosch und seine Engel

Er war einmal ein Schimmel namens Mikosch.

Herrlich war er anzusehen. Er war treu, zuverlässig und anhänglich. Seinen Besitzern, die ein Fuhrunternehmen haben, machte er viel Freude.

Er und seine Kameraden zogen Hochzeitskutschen, waren auf Weihnachtsmärkten und auf vielen anderen Feierlichkeiten zu sehen. Sie arbeiteten für ihre Menschen und ihren Hafer. Viele Jahre zogen ins Land.

Mikosch war nun schon 28 Jahre alt. Von mal zu mal wurde es für ihn schwerer seiner Arbeit nachzugehen. Man dachte darüber nach, sich von ihm zu trennen und ein junges, starkes Pferd zu kaufen.

Aber wohin mit Mikosch?

In der Nähe des Weihnachtsmarktes in Koblenz gibt es ein Büro, die Koblenz-Touristik. Die lieben Menschen, die dort arbeiten, kannten Mikosch schon viele Jahre. Auch sie fühlten, dass es an der Zeit war, sich Gedanken zu machen, was mit Mikosch geschehen sollte.

Nach Rücksprache mit seinen Besitzern, bei denen Mikosch es all die Jahre gut hatte, hat die Koblenz-Touristik zusammen mit der Koenitz GmbH als Veranstalter des Weihnachtsmarktes eine Sammelaktion "Rettet den Weihnachtsschimmel Mikosch" gestartet und Geld gesammelt. Sie haben beschlossen dem lieben Tier einen Gnadenbrot-Platz zu finanzieren.

Leider wurde Mikosch kurz darauf sehr, sehr krank. Er überlebte nicht. Wie gerne hätten alle Menschen, die für ihn gespendet haben, ihm seine letzten Jahre auf grünen Wiesen mit Kameraden gegönnt.

Seine Besitzerin Petra Hamacher, Frau Hirzmann von der Koblenz-Touristik und alle Freunde Mikosch`s waren unendlich traurig, viele Tränen flossen. Aber das Leben geht weiter.

Nun wollte man einem Gnadenhof, mit all seinen bedürftigen Tieren, das viele Geld zukommen lassen.

Eines Tages klingelte bei uns das Telefon. Frau Hirzmann überbrachte uns die Nachricht einer Spende sowie die Geschichte von Mikosch.

Sehr gerne hätten wir Mikosch bei uns aufgenommen und geholfen. Doch leider kam ja alles anders als gedacht.

Aber vielleicht wird ja in einigen Jahren einer seiner Kameraden seinen Lebensabend auf dem Gnadenhof Rhein-Hunsrück auf der Weirich-Mühle verbringen dürfen.

Weiß man es???

Der lang ersehnte Katzenauslauf


Lange, lange sollte er schon fertig sein. Aber es gab immer einen anderen Grund, der die "Katzenfreiheit" verhinderte. Nach langer, gründlicher Überlegung haben wir uns entschieden, den Auslauf auf das Dach des Anbaus zu bauen. Das Dach ist stabil und bietet einen schönen Platz unter der großen Tanne. So ist es im Sommer schön schattig und die Katzen haben einen wunderbaren Ausblick. Der Auslauf sollte aus 2 Carports gebaut werden. Da waren sämtliche passenden Balken und Schrauben und alles schon vorhanden. Die Kosten waren genauso hoch, als wenn wir passendes Material so gekauft hätten. Sylvia und Sokrates arbeiteten wie besessen. Sokrates nahm 2 Wochen Urlaub und innerhalb dieser Zeit stand der Auslauf fertig auf dem Dach. Nun mussten die Katzen aber irgendwie von ihrer Wohnung zum Auslauf kommen. Es waren ja doch einige Meter zu bewältigen. Da Sokrates ein begnadeter Handwerker ist, hatte er natürlich schon die Idee. Es wurde von der Katzenwohnung bis hin zum Dach ein wunderbarer Cat-Walk gebaut. Die Miezen finden es genial. Das ist wie Katzen-Fernsehen. Kaum hatte Sokrates den Ein- bzw. Ausgang zum Auslauf fertig gestellt, waren die ersten tollkühnen Tiger bereits unterwegs. Wenn Katzen laut jubeln könnten, hätten wir es sicherlich im ganzen Hunsrück hören können. Aber man sah es auch den Gesichtern an. Die Inneneinrichtung des Auslaufs übernahmen unsere liebe Sandra mit Frank und Familie sowie Klaus-Dieter. Wenn man jetzt zum putzen ins Katzenhaus kommt, wundert man sich darüber, wo der Schmutz herkommt, denn eigentlich haben wir gar keine Katzen mehr …. Nur einige treue "Stubentiger" freuen sich noch über unser Erscheinen. Oder aber über die mitgebrachten Leckerchen.

Sokrates, ein herzliches DANKE SCHÖN für Deine Freundschaft
zu unserem Verein, Deine Liebe zu den Tieren und für all Deine Arbeit !


Zeit des Abschieds

2007 war ein Jahr des Abschiednehmens. Manches Mal wussten wir nicht mehr es zu verkraften. So viele unserer Lieben haben uns für immer verlassen.

Timmy, den alten Jagdhund, mussten wir 15jährig einschläfern lassen. Er hatte Krebs. Um ihm Leid und Schmerzen zu ersparen, mussten wir diesen Weg gehen. Der alte Mischling Gismo verließ uns mit 17 Jahren. Shanna, ein 13jähriger Thailand-Ridgeback, starb ebenfalls an Krebs. Unsere liebe Pointer-Mix-Hündin Biene wurde krank. Sie starb trotz intensivster Behandlung mit 9 Jahren. Ihr Freund Bruno, der ca. 15 Jahre alte Bernhardiner, war viele Jahre lang ihr Lebensgefährte. Er wollte ohne Biene nicht mehr leben und schlief kurz nach ihrem Tod einfach ein. Die geliebte kleine Lulu wurde ebenfalls ca. 15 Jahre. Sie und wir kämpften sehr um das kleine Leben. Sie wollte uns nicht verlassen. Aber wir verloren sie am 2. Weihnachtsfeiertag.

Unser alter Silberpfeil, ca. 36 Jahre, kam um die Mittagszeit von der Weide in seinen Stall. Das tat er immer dann, wenn er etwas trinken oder uns einfach nur besuchen wollte. Jedoch dieses letzte Mal kam er zum sterben.

Der liebe Silas starb mit 30 Jahren an Herzversagen.

Wie Sie sich sicherlich vorstellen können, liebe Freunde, war es furchtbar. Man hatte Angst ins Bett zu gehen und am Morgen Angst vor dem Aufstehen. Was wird der Tag uns heute bringen? Oder was war vielleicht in der Nacht geschehen, in den wenigen Stunden, in denen man hoffte, etwas Ruhe zu finden?

Wir hoffen sehr, dass wir in diesem Jahr nicht so häufig Abschied nehmen müssen.

Es gibt aber auch Gutes zu berichten.

So kam Ramona zu uns. Ihre Geschichte können Sie in diesem Heftchen lesen.

Zwei reizende alte Ponys, Fanny und Moritz, haben wir aufgenommen. Sie gehörten einem Ehepaar, das mit der Haltung der Pferdchen vollkommen überfordert war. Wir fanden sie in einem schlimmen Zustand vor.

Dann kamen noch 3 reizende Katzenkinder. Wir holten sie von einer lieben, älteren Dame, die die Patenschaft für die drei Kleinen übernommen hat. Wir mussten ihr versprechen, dass die Katzen bei uns auf dem Hof frei leben dürfen.

Der alte Window, ein Pferd, das im Leben sehr viel geleistet hat, kam erst vor kurzer Zeit zu uns. Seine Vergangenheit ist sehr turbulent. Leider hatte man keinen Platz mehr für ihn. Endstation METZGER - wenn man ihn seinem Schicksal überlassen hätte.

Rieke, die Haflingerstute, konnte wegen einer Erkrankung ihren Dienst nicht mehr tun. Sie sollte ebenfalls den Weg aller Wege gehen. Aber auch hier konnten wir gemeinsam helfen. Es geht ihr super gut und Sascha und Joshua sind ihre besten Freunde.


Ein ständiges Auf und Ab...

Im Dezember 2005 führte mich das Leben mit Linda und Sylvia zusammen, die ich in einem kleinen Geschäft in Simmern "belauschte", als sie auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk für einen lieben Vereinskameraden waren. Ich hörte tiefe Dankbarkeit aus den Worten, mit denen sie der Verkäuferin erklärten, warum dieser Mann unbedingt ein Geschenk verdient habe, hörte "Gnadenhof" und "ohne ihn wären wir verloren". Am nächsten Tag brachte mir eine Kollegin eine große Menge an Katzenfutter mit, die ihr verwöhnter Tiger verschmähte, und mir fiel sofort wieder die gestrige Begebenheit ein.

Ich rief kurzerhand in dem Geschäft an und dort konnte man mir glücklicherweise die Telefonnummer geben. Ich rief also an und wir vereinbarten eine "Übergabe" des Futters. Kurze Zeit darauf fuhr ich dann zum ersten Mal zum Gnadenhof und bekam einen Eindruck von der unglaublichen Arbeit, die dort tagtäglich geleistet werden muss. Mir war klar, dass hier mit ein paar Futterdosen alle paar Monate nicht geholfen ist. Ich begann in unregelmäßigen Abständen, meist zusammen mit meiner Schwägerin Ulli oder mit meinem Mann Frank, Spaziergänge mit den Hunden zu unternehmen. Im Laufe der Zeit wurden mir die Spaziergänge immer wichtiger und es fiel mir zunehmend schwerer, diese mal ausfallen zu lassen. Mich plagte das schlechte Gewissen, denn wenn man einmal erlebt hat, welche Freude die Hunde dabei haben, dann weiß man, man tut etwas Gutes, auch wenn es nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist. Mittlerweile brauche ich diese Spaziergänge fast mehr als die Hunde. Eine besonders enge Beziehung ist dabei mittlerweile zu Tongo entstanden. Dieses Kraftpaket auf drei Beinen zeigt mir jedes Mal aufs Neue, wie froh und unbeschwert man durchs Leben rasen kann, auch wenn man schon einige Schicksalsschläge zu verkraften hatte, und dass einzig das Jetzt zählt, was der Mensch viel zu oft vergisst.

Tongo, du bist mein persönlicher Held! 

Meine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin begann ich ebenfalls im Jahr 2005 und es war sicherlich kein Zufall, dass genau zu dieser Zeit der Gnadenhof in mein Leben trat. Es haben sich unendlich viele Möglichkeiten für mich ergeben, Tiere zu untersuchen und diese mit homöopathischen Mitteln zu behandeln.

Der Höhepunkt dieser "Zusammenarbeit" waren bislang sicherlich - für beide Seiten - die Praxistage mit meiner Schule im Mai 2007. Zwei Tage lang haben wir etliche Pferde und auch Hunde untersucht, ihre Geschichten gehört und versucht, von jedem Tier ein möglichst umfassendes Gesamtbild zu bekommen, um die Ursachen für die vorliegenden Beschwerden und Erkrankungen zu finden und am Ursprung anzugehen; danach wurden individuelle Behandlungspläne aufgestellt. Dies war eine ganz besondere Gelegenheit, für die ich mich hier noch mal im Namen aller Teilnehmer ganz herzlich bei euch bedanken möchte!

Es gab kleinere und größere Erfolge mit meinen Behandlungen, aber leider auch immer wieder Rückschläge… Wie die liebe Biene, die vor Kraft und Energie nur so strotzte und es doch nicht schaffte, ihre Erkrankung zu überwinden und völlig unerwartet starb, oder Shanna, der hübsche Ridgeback mit dem treuen Blick, den der Krebs leider besiegte, und auch Silas - dessen Tod auch unsere gesamte Schulklasse sehr berührt hat. In den vergangenen 2 Jahren habe ich viele Schicksalsschläge auf dem Hof mitbekommen und kann immer wieder nur sagen: Hut ab! Nicht viele Menschen würden diese Arbeit auf sich nehmen. Es ist nie leicht, selten unbeschwert und oft niederschmetternd; es ist ein Leben mit vielen Abschieden, Entbehrungen und kräftezehrenden Aufgaben. Nicht aufzugeben und tapfer weiterzumachen, die Kraft dazu kann jedoch wiederum nur von den Tieren selbst kommen, die ihre Dankbarkeit zeigen, hier einen Platz gefunden zu haben, wo man sie liebt und umsorgt, das wissen - zumindest die meisten von ihnen, James bildet da vielleicht eine der Ausnahmen - ganz sicher zu schätzen. Dem Ganzen immer wieder etwas Positives abzugewinnen, weiterzumachen mit ganzer Kraft, dazu gehören riesige Portionen Optimismus und Idealismus - die hattet ihr in der Vergangenheit und die wünsche ich euch von ganzem Herzen auch für die Zukunft! Für mein Leben seid ihr und euer Gnadenhof eine echte Bereicherung!

Sandra Sievers

Die Einsicht

Eines Tages meldete sich am Telefon eine ältere Frau. Traurig erzählte sie, dass sie zwei alte Ponys habe, denen sie und ihr Mann nicht mehr gerecht werden. Sie seien völlig überfordert. Wir versprachen zu kommen und uns alles anzusehen. Einige Tage später fuhren wir zum Hof des Ehepaars. Ein schmales, zierliches Frauchen begrüßte uns und teilte uns mit, dass ihr Mann im Krankenhaus und sehr krank sei. Sie schaffe es mit den Tieren nicht mehr. Sie führte uns zum Stall der Ponys und öffnete die Tür.

Oh Gott!!

Die Beiden standen in einem engen Schlauch voll Mist. Keine Luft zum atmen. Rundum war alles zu. Die Hufe sahen schrecklich aus. Es war wohl lange Zeit kein Schmied mehr da und hatte sich darum gekümmert. Wie wir vermuteten, hatten die beiden Tiere Hufrehe. Eine Erkrankung, mit der nicht zu spaßen ist. Man muss sehr gut aufpassen, was man den Tieren füttert. Aber hier tat das wohl niemand. Der kleine Wallach hatte ein Ekzem, lauter Krusten und Wunden sah man an seinem Körper. Die beiden Tiere waren sehr ängstlich. Die Frau sagte, die Tiere seien seit einem Jahr nicht mehr draußen gewesen. Fanny und Moritz heißen die Beiden. Was wir sahen genügte uns. Nun hatten wir es sehr eilig, die Tiere so schnell wie möglich dort herauszuholen. Einen Tag später waren wir wieder zur Stelle und brachten Fanny und Moritz zum Gnadenhof. Im Frühjahr und zur Sommerzeit standen beide zufrieden auf dem Winterauslauf. Fettes Gras dürfen sie wegen der Reheerkrankung nicht zu sich nehmen. Später, wenn eine Wiese von den anderen Pferden abgefressen ist, dürfen sie die letzten Grasstümpfe abgrasen. Es dauerte sehr lange bis sie Vertrauen zu uns gefasst haben. Eine unbedachte Bewegung mit der Hand oder wenn ein wenig zu laut gesprochen wurde: Schon bekamen sie Angst und stellten sich in ihrem großen, luftigen Stall, den sie nun bei uns haben, in die äußerste Ecke. Das erste freudige Erlebnis hatten wir, als sie uns das erste Mal beim Betreten des Stalles mit einem leisen Wiehern begrüßten. Es wird wohl noch einige Zeit vergehen, bis die Beiden uns bedingungslos vertrauen werden. Aber ich bin sicher, die Zeit wird kommen.

Die Budenbacher Katzenbande

An einem schönen Frühlingstag im letzten Jahr sah ich von weitem eine kleine Katze, die das Treiben auf unserem Hof interessiert beobachtete. Sie wohnte irgendwo am Bach im Dickicht und von nun an trafen sich öfter einmal unsere Wege. Mal war sie da, mal war sie dort, aber immer so, dass sie uns sehen konnte. Nach einiger Zeit gesellte sich ein großer, schwarzer Kater zu ihr. Nun wurden wir von zwei Seiten beobachtet. Scheu waren beide Tiger. Einige Schritte in ihre Richtung und schon waren sie verschwunden. Wir beschlossen, sie mit Futter zu locken. Täglich bekamen die Beiden eine Portion, die wir immer näher in Richtung Hof stellten. Nach ca. 4 Monaten war es soweit. Beide bewegten sich ohne große Scheu im Stall, in der Scheune und auf dem Hof. Ihren Schlafplatz hatten sie im Schuppen. Ich beschloss, die kleine Katze für mich zu gewinnen. Täglich konnte ich ihr einen Schritt näher kommen. Argwöhnisch, aber interessiert, beobachtete uns der schwarze Peter. So haben wir den Kater genannt. Eines Tages war es dann soweit. Ich stand direkt vor der kleinen Katze und sie nahm mir das gereichte Fleischstück direkt aus der Hand. Die ersten zaghaften Versuche sie zu streicheln nahm sie mit einer scheuen Neugier an. Sie spürte, dass diese Geste etwas Gutes ist. Der große Schwarze sah zu und war stets in gebührendem Abstand in unserer Nähe. Irgendwann geschah es dann: Ich war eigentlich nicht in der Verfassung, um die Gunst der Kleinen zu werben. Zu groß war der Kummer, den ich mit einigen alten und kranken Hunden hatte. Ich kam die Treppe herunter und ging in Richtung Hundehaus. Wer lief mir da freudig entgegen? "Lilly" ! Sie umschmeichelte meine Beine. Ich konnte das kleine Wesen anfassen, streicheln und sogar auf den Arm nehmen. Peter ließ sich nicht lumpen. Er hat durch das Zusehen gelernt und ist nun auch unser Freund. Beide Tiger wurden schnellstens kastriert und geimpft, damit kein Unglück passiert. Eines Tages, ich traute meinen Augen nicht, sah ich auf der Brücke am Bach eine Katzenmama mit fünf Babys. Noch ganz klein waren sie. Wie ich dann herausfand, wohnte Familie Katz in einer großen Astgabelung, die sich Mutterkatze, voll mit Reisig, als Wochenstube hergerichtet hatte. Auch die Kleinen und ihre Mama kamen uns immer näher. Nachdem der schwarze Peter und Lilly nun ihre Nächte im Haus verbringen, konnte Familie Katz in den Schuppen einziehen. An anfassen oder streicheln ist aber nicht zu denken. Mit der Zeit, so hoffe ich, wird uns auch das gelingen. Irgendwie muss es sich unter den Katzen herumgesprochen haben, dass es auf der Weirichmühle Menschen gibt, die sie mögen. Anders kann ich es mir nicht erklären. Schlau sind diese Miezen. Der schwarze Peter hat nur durch Zusehen gelernt und somit unser Vertrauen gewonnen.

Einige Zeit später:

Früh am Morgen sah ich Peter und - man glaubt es kaum - im Entenmarsch hinter ihm her: Die kleine Bande! Das Schlusslicht wurde von Lilly gebildet. Gemeinsam ging man in den Wald, Richtung Hang. Neugierig schaute ich hinterher. Was sie wohl vorhatten? Unglaublich: Der schwarze Peter brachte ihnen das Jagen bei. Die Mutterkatze ist noch zu scheu. Sie beteiligt sich an solchen Aktionen nicht. Sehr, sehr selten bekommt man sie zu Gesicht. Sobald die Minitiger etwas zutraulicher werden, müssen wir sie zum Impfen und Kastrieren bringen. Sollten sie nicht das nötige Vertrauen zu uns haben, müssen wir sie wohl oder übel mit einer Lebendfalle einfangen, um eine weitere unkontrollierte Vermehrung zu verhindern. So süß kleine Katzenbabys auch sind, es gibt einfach zu viele. Liebe Freunde, lassen auch Sie unbedingt ihre Katze kastrieren um weiteres Elend zu vermeiden. Die Tierheime sind gnadenlos überfüllt. Die Tierschützer wissen kaum noch, wo sie die vielen Tiere unterbringen sollen. Und bitte machen Sie auch alle Bekannten, die Besitzer eines Tieres sind, darauf aufmerksam. Jedes ungeborene Tierbaby muss später nicht verhungern, erfrieren oder im Tierheim auf ein neues Zuhause warten.

Gnadenbrot 2008-2010

Das Jahr 2009...

Wie das Leben spielt, die einen müssen leider für immer von uns gehen und machen damit für andere Tiere Platz. Deswegen konnten wir diesen Mitgeschöpfen helfen:

Window:Er hat alles gegeben in seinem Leben. Da er für den Pferdesport unnütz wurde, sollte er sterben. Gott sei Dank konnte das verhindert werden.

Dallas: (Bild) Eine reizende Stute. Jahrelang musste sie im Springsport gehen. Als sie nicht mehr springen konnte, benutzte man sie als Schulpferd. Danach drohte der Schlachter.





Artus: Ein 13 Jahre alter Schäferhund. Er bewachte jahrelang ein Firmengelände. Als er zu alt wurde, hatte man keine Verwendung mehr für ihn. Auch er sollte getötet werden. Im letzten Moment konnten wir es verhindern. Er ist bei bester Gesundheit und freut sich seines Lebens auf dem Gnadenhof.







Lars: Nachdem sein Frauchen verstarb, kümmerte sich niemand mehr um ihn. Tagelang war er alleine in einem Verschlag. Es ging ihm nicht gut. Junge Leute, denen sein Schicksal nahe ging, brachten ihn zu uns. Aufgrund seiner Erlebnisse ist Lars nicht einfach zu Händeln. Manches Mal reagiert er ziemlich aggressiv, besonders wenn Männer in der Nähe sind. Man muss schon etwas vorsichtig sein. Mit der der Zeit jedoch macht er Fortschritte und gewinnt wieder Vertrauen zu den Menschen. Er regt sich auch nicht mehr so auf, wenn jemand in seine Nähe kommt. Und das allerschönste ist: Er hört fast auf jedes Kommando. Und für ein gutes Leckerchen, macht er alles. So kann man mit ihm ein bisschen arbeiten und man merkt, dass es ihm Spaß macht. (Leider haben seine Paten ohne Rücksprache und Angabe von Gründen die Zahlung eingestellt - schade…)



Trixi, Chicka & Chanel: Zwei "uralte" Hundedamen und circa zwanzig Katzen. Ihr Frauchen, eine feine, alte Dame, wurde schwer krank und konnte sich um die Tiere nicht mehr kümmern. Eine Trennung von ihren Lieblingen konnte sie sich leider - wie unvernünftig - nicht vorstellen. Nachdem sie in ein Krankenhaus eingeliefert wurde und durch ihre schwere Erkrankung mehrfach in Lebensgefahr schwebte, rief uns der Ehemann und wir konnten einen Teil der Tiere mit auf den Gnadenhof nehmen. Einige Tiere waren in keinem guten Zustand. Die kleine Chanel, damals ein Katzenbaby, war mehr tot als lebendig. Aber durch Maschas aufopfernde Pflege überlebte das kleine Mädchen. Klein ist sie zwar geblieben, dafür aber sehr frech. Die beiden Hundedamen Trixi & Chicka lebten sich sehr schnell ein. Heute laufen sie in unserem kleinen Hunderudel mit. Mascha, meine Enkelin, ist die Katzenmutter. Sie spricht die Katzensprache und wo sie sich aufhält, wird sie von einer Katzenmeute begleitet. Während der dunklen Jahreszeit, wenn Mascha auf dem Hof zu tun hat, ist sie stets in Begleitung vieler grün leuchtender Augenpaare. Auf den imgn seht ihr Chanel damals und heute. Alle anderen Katzen der alten Dame wurden von unserem Tierarzt in gute Hände vermittelt.


Anton: Ein alter Kater lebte drei Monate auf dem Schrank, bis er Mut fasste und es mit uns versuchte. Heute ist er glücklich und unglaublich verschmust.



Meine lieben Freunde,
ich weiß genau, wenn ich diese Geschichte schreibe, werde ich alles noch einmal durchleben. Ich werde weinen und mein Herz wird wehtun.
Tiere sind wunderbare Wesen. Ich möchte Ihnen von Gina und Senta erzählen, die uns verlassen haben.

Liebe über den Tod hinaus


Es liegt ungefähr 14 Jahre zurück, da standen eines Tages - wir waren noch auf dem Hof in Altweidelbach - zwei junge Frauen mit drei Hunden an den Leinen vor unserer Tür. Es handelte sich um eine wunderschöne hellblonde Hündin in der Größe eines Schäferhundes mit ihren beiden Welpen. Ihr Fell hatte die Farbe eines Rehs im Winterkleid. Man erzählte uns, die Hündin sei aus Teneriffa und habe ein furchtbares Leben in Qualen hinter sich. Sie wurde zwar nach Deutschland "gerettet", ab leider an Menschen vermittelt, die es nicht so gut mit ihr meinten. Sie wurde gedeckt und brachte 11 Welpen zu Welt, die wiederum in eine ungewisse Zukunft vermittelt wurden. Man sah da nicht so genau hin, Hauptsache, die Kasse stimmte. Natürlich nahmen wir die drei Hunde sofort bei uns auf. Wir wollten sie nur in allerbeste Hände geben. Die blonde Mama nannten wir "Gina", ihre beiden Kinder "Senta" und "Asta".

Gina war total verängstigt, sie verkroch sich ständig und lief nur mit eingezogener Rute herum. Vor meinem Mann oder Männern überhaupt reagierte sie geradezu panisch. Wir kümmerten uns sehr um die Tiere. Sie taten uns unendlich leid.

Eines Tages brachte uns eine Tierschützerin noch einen dritten Hund aus Ginas Wurf. Er war in sehr schlimme Zustände vermittelt worden. Zu Menschen, die den Kleinen nicht fütterten und ihn quälten. Fox nannten wir ihn.

Asta konnten wir in wunderbare Hände vermitteln. Es geht ihr gut. Sie ist schon ein altes Mädchen und von Zeit zu Zeit besucht Frauchen uns mit Asta und Familie oder wir bekommen Post und img. Gina am Fenster


Gina hat sich eng mit mir angefreundet und wurde zu meinem Schatten. Wir waren unzertrennlich. Wenn ich zur Arbeit ging, warteten Gina und die kleine Lulu voller Sehnsucht am Fenster.

Senta und Fox aber entwickelten folgende Strategie: lammfromm und lieb wie sie waren, zeigten sie den "bösen" Hund, sobald Interessenten für sie kamen. Kein Mensch wollte sie deshalb bei sich aufnehmen. Also blieben auch sie auf unserem Hof. Viele Jahre lebten sie mit uns und den anderen Hunden im Rudel.

Es kam die Zeit in der wir Altweidelbach verließen und mit allen Tieren nach Budenbach umzogen. Fox war sehr herzkrank. Er musste täglich Tabletten nehmen und eines Tages, wir waren noch nicht lange auf dem Gnadenhof, ist er friedlich gestorben.

Gina und Senta liebten sich innig, beide liebten mich und ich liebte sie. Es war im Sommer 2009. Ich hatte meine Mittagsarbeit soweit erledigt, aber mir ging es nicht gut. Da alle Tiere in Ordnung und versorgt waren, legte ich mich ein wenig auf die Couch. Nach einiger Zeit kam Sylvia und sagte, dass wir mit Senta zum Arzt müssen, weil sie nicht richtig atmet. Sofort fuhren wir los. In der Tierarztpraxis angekommen untersuchte unser Doktor Senta und empfahl uns sofort in die nächste Tierklinik. Senta hatte Flüssigkeit im Bauchraum. In der Klinik stellt man fest, dass es sich bei der Flüssigkeit um Blut handelte. Ein großer Tumor an der Leber blutete und man wollte Senta sofort einschläfern. Senta sah mich mit ihren wunderschönen Bernsteinaugen an und ich brachte es nicht über mich, sie in der Klinik einschlafen zu lassen. Wenn es wirklich sein musste, dann sollte es zu Hause in gewohnter Geborgenheit geschehen. Als wir in Budenbach ankamen, begrüßte uns Gina voller Freude. Senta gab ihrer Mama einen Nasenstupser, ging zum Fressnapf und futterte. Wir staunten und freuten uns.


Vier wunderschöne Wochen durften wir noch miteinander genießen. Der Tumor hatte aufgehört zu bluten. Unser Doktor sagte uns, solange es so gut geht, sie futtert und keine Anzeichen von Schmerzen zeigt, können wir noch beieinander bleiben.

Aber es kam wie es kommen musste. Eines Tages war es soweit. Ich wusste es ist unsere letzte Stunde miteinander. Gina, Senta und ich. Der Doktor kam und erlöste sie. Lange waren wir noch bei Senta und nahmen Abschied. Wir waren voller Traurigkeit.


Auch Gina ging es ganz plötzlich nicht gut. Aber man konnte keinen genauen Befund nennen. Sie war nun 15 Jahre alt. Einige Male kam der Doktor oder wir fuhren zu ihm. Sie wurde behandelt mit allem, was gut war für diesen eigenartigen, nicht zu deutenden Zustand. Ich wusste sie wollte gehen. Das Leben ging immer mehr aus ihr. Untröstlich war ich.

Es war ein warmer Spätherbsttag. Meine Gina lag auf einer Decke bei mir. Wir sahen uns an und wussten dass der Abschied naht. Es wurde Nacht. Und Gina legte sich neben mein Bett. Das tat sie immer. Ich ging schnell nach oben, um mich umzuziehen. Mit Sylvia und Mascha redete ich noch eine Weile. Dann zog es mich zu meiner Freundin. Als ich in das Zimmer kam richtet sie sich auf, sah mich mit ihren guten Augen an, als wollte sie mir sagen: "Da bist du ja! Ich habe auf dich gewartet". Und dann ging sie für immer.

Ich bin immer noch untröstlich. Es vergeht kein Tag an dem ich nicht an Gina und Senta denke. Manchmal habe ich das Gefühl, sie sind noch in meiner Nähe.

Der schwarze Peter
sorgt für Aufregung


Sie erinnern sich an Peter? Das ist der Kater, der irgendwann bei uns einzog und blieb. Der Peter ist nicht zum fressen gekommen, rief Mascha ganz aufgeregt. Auch am Abend war er noch nicht da. Wir fingen an uns Sorgen zu machen. Er war und ist immer am Hof und geht auch nicht weiter fort. (Schon gar nicht, wenn es was zu futtern gibt.) Aber Peter kam nicht mehr zurück. Tag für Tag suchten wir in jeder Ecke, in jedem Schrank und riefen nach ihm. Nichts, kein Peter erschien. Wochen vergingen. Die Trauer um unseren verlorenen Freund war groß. Die Aussicht ihn wieder zu finden gleich null. So blieb er immer schmerzlich in unseren Gedanken und häufig sagte einer von uns: "Ich gäbe was drum, zu wissen, was mit dem Peter passiert ist". Wir mussten uns leider mit dem Gedanken "er kommt nie mehr wieder" abfinden. Eines Morgens, weckte uns unser Vater und sagte: "Ich habe ein riesige Überraschung." Er führte uns auf den Hof und wir trauten unseren Augen nicht. Peter lag zufrieden schlafend auf der Motorhaube unseres Autos. Er sah kein bisschen schlecht aus und ließ sich füttern und seine Anwesenheit "feiern". Er spürte genau, wie froh wir waren, dass er wieder zu Hause war. Wochen und Monate vergingen. Alles hatte wieder seine Normalität. Jedoch: Eines Tages war Peter wieder fort. Alles wiederholte sich wie bei seinem ersten Verschwinden. Sorgen, Ängste und Ungewissheit plagten uns über einen langen Zeitraum. Dann stand er wie ein Phantom wieder auf dem Hof. Das hat er jetzt schon des Öfteren gemacht. Angst haben wir immer wieder um ihn. Wir wissen nicht wohin er geht und woher er kommt. Aber er kommt immer wohlgenährt und gepflegt nach Hause. Das lässt uns vermuten: Peter hat einen zweiten Wohnsitz.

(Übrigens: er ist schon wieder weg)


Der Ärger mit der Heizung

 

Vor circa zwei Jahren konnten wir durch eine großzügige, zweckgebundene Spende eine neue Heizungsanlage installieren. Die Tiere sollten im Winter in den ungeheizten und feuchten Räumen nicht mehr frieren. Nach der Installation wurde die Rechnung pünktlich gezahlt. Der erste Heizungskessel, den man uns montierte, wurde nach ständigem reklamieren wieder entfernt. Man stellte nach einem Winter & unendlich großen Mengen "verheiztem" Holz fest, dass der Heizungskessel zu schwach bzw. nicht geeignet war, die Räumlichkeiten zu beheizen. Es wurde ein falscher Kessel geliefert und montiert. Eines Tages stand ein neuer Kessel vor der Tür. Da wir uns den Kessel nicht selbst ausgesucht haben, wussten wir noch nicht, was auf uns zukam.

Wir und die Tiere froren trotz des neuen Kessels noch immer. Auch dieser Kessel heizt oder funktioniert nicht richtig. Trotz ständiger Reklamationen unserseits und ständiger Überprüfung der zuständigen Monteure ändert sich an dem tatsächlichen Zustand nichts. Die Tiere und wir froren während des kalten und langen letzen Winters um die Wette. Können Sie sich vorstellen, wie schlimm das war?

Wenn man keine Heizung hat und friert, weiß man warum. Das alles haben wir schon, wie ihr wisst, tapfer hinter uns gebracht.

Wenn aber eine Heizung installiert wird, man dafür pünktlich gezahlt hat & trotzdem friert, dann sollte man dies nicht hinnehmen.

Ich denke, es ist nicht Rechtens, dass man einen solchen Heizungskessel auf Gedeih & Verderb im Haus behalten muss. Die Monteure waren vor einiger Zeit wieder da. Sie sagen, dass die Heizung funktioniert. Im Sommer haben wir nicht die Möglichkeit, dies zu überprüfen. Die Garantie läuft im Mai 2011 ab. Ob man es darauf wohl anlegt?

Krötenwanderung


Seit einigen Jahren bekommen wir im Frühjahr Besuch. Er kündigt sich mit wundersamen Gesängen an.

KRÖTEN

In einer Wasserstelle, die sich während der nassen Jahreszeit bildet, legen sie ihren Laich ab. Jedoch wird es im Laufe der Wochen gefährlich. Die Wasserstelle wird mit dem wärmer werdenden Wetter immer trockener. Nun beginnt Sylvias selbst erworbener Krötenauftrag: täglich hält sie die Wasserstelle mit dem Wasserschlauch feucht, bis die ersten Kaulquappen schlüpfen. Nach einiger Zeit werden daraus winzig kleine Kröten, die sich dann in der Natur verselbständigen. Nicht alle überleben, aber mit Sylvias Hilfe schaffen es immer wieder eine ganze Menge. Ein kleiner Beitrag zum Naturschutz!

Eine wahre Geschichte


Anton war nun schon seit einiger Zeit eine der vielen Katzen auf dem Gnadenhof. Er und sein bester Freund Bruni hingen immer zusammen, egal was sie gerade taten. Sie teilten ihr Essen, spielten Tag ein Tag aus miteinander und erkundeten gemeinsam den gesamten Hof.

Anton ging es eigentlich sehr gut und er war nie wirklich unglücklich, doch er sehnte sich nach der großen Liebe… Da er auch nicht mehr der Jüngste war, hatte er große Sorgen, ob er denn mal die Richtige finden würde.

Dazu kam, dass sein bester Freund sich immer weniger um ihn kümmerte, da er seine Zeit viel zu gerne im Esszimmer des Hauses verbrachte. Anton machte ihm das sehr zum Vorwurf, doch Bruni antwortete nur, dass er endlich seine Angst überwinden sollte und mit ihm mal einen Tag im Esszimmer verbringen, um zu sehen, wie schön es dort war. Doch Anton schaffte es nicht über seinen Schatten zu springen. Er verbrachte so mehr und mehr Zeit alleine im oberen Geschoss des Hauses. Dies machte ihn sehr einsam und damit auch wirklich unglücklich. Er hatte nun seine erste echte Krise seit er auf dem Gnadenhof wohnte. Die meiste Zeit verkroch er sich nur noch im Badezimmer, um alleine zu sein und über sich und sein Leben nachzudenken. Er gestand sich sehr bald ein, dass nur ein Wunder ihn wieder aus diesem tiefen Loch herausziehen könnte, denn er selbst hatte weder die Kraft, noch sah er einen Sinn darin, Tag für Tag unglücklicher zu werden. Anton


Dieses langersehnte "Wunder" bekam einen Namen an dem Tag, als eine kleine, hübsche Katze namens Kikki ein neues Zuhause auf dem Gnadenhof bekam. Anton erinnert sich heute noch ganz genau an diesen Moment, als er sie das erste Mal sah. Er war wie vom Blitz getroffen, regte sich nicht, ließ sie an ihm vorbeistolzieren und musste sich selbst zwicken, um zu merken, dass er das nicht träumt. Auch bei den nächsten Begegnungen war Anton sehr schüchtern und unsicher. Er traute sich einfach nicht auf sie zuzugehen. Das wäre ein viel zu großer Schritt für ihn und das mitten in der schwierigsten Zeit seines Lebens, redete er sich wieder und wieder ein. Kikki wusste davon natürlich nichts und sah sein Verhalten als eine Art der Abweisung. Sie mochte Anton zwar von Anfang an sehr, aber wollte ihm auch nicht ständig "versehentlich" über den Weg laufen, nur um dann komisch angesehen zu werden. Als Bruni dann anfing mehr und mehr die Nähe von Kikki zu suchen, stand Anton vor einer großen Entscheidung: "Endlich über meinen (mittlerweile sehr großen) Schatten springen oder endgültig resignieren?". Er merke, dass er ja eigentlich nicht wirklich viel verlieren konnte, ganz egal wie Kikki auf sein Geständnis reagieren würde. Und selbst wenn sie ihn auslachen und weggehen würde, wäre es ein großer Sieg für ihn…er hätte es endlich geschafft seine Angst zu überwinden. Als ihm das klar wurde gab es kein zurück, denn egal was kommen sollte, dieser Augenblick würde sein Leben verändern! "Am nächsten Morgen" sagte er sich, "werde ich es wagen!"

Er war sehr früh wach, viel früher als sonst, auch sah er nicht gerade ausgeschlafen aus, eher ausgelaugt. Doch anders als sonst würde er diesmal nicht nach Ausreden suchen, um aufgeben zu dürfen. Für ihn stand fest "jetzt oder nie!" und so marschierte er stolz und voller Hoffnung in den Flur, wo er Kikki zur Essenszeit ganz sicher über den Weg laufen würde. Mascha stand schon am Schrank und fing an das Futter in die Näpfe zu füllen. Antons Herz schlug immer schneller, doch er ließ sich nicht davon beirren. Dann war er so weit…Kikki kam aus Maschas Zimmer und wollte endlich etwas fressen. Anton ging geradewegs auf sie zu und schaute ihr dabei tief in die Augen. Kikki war sehr gespannt, was er denn wollte. Anton ging weiter und weiter…"nur noch einen Meter dann bin ich bei ihr"…doch dann machte es "klatsch", Kikki lachte, Bruni fand es auch sehr lustig und Mascha rief nach unten, dass nichts passiert sei. Bruni


Aber was war passiert?

Ungeschickt wie Mascha nun mal ist, hat sie es geschafft dem armen Anton eine ganze Schale mit frischem Katzenfutter überzuschütten. Und das zu seiner großen Stunde… Anton merkte schnell, dass Kikki ihn nicht auf eine böse Art auslachte, sondern eher versuchte ihn zum Mitlachen zu animieren. Das schaffte sie auch und genau in diesem Augenblick brach das Eis zwischen den beiden. Anton war überglücklich als er merkte wieviel Kikki für ihn empfand und es ging ihm von Tag zu Tag besser. Sie waren einfach glücklich miteinander…egal ob sie nun den ganzen Tag miteinander durch das Haus jagten, oder einfach nur nebeneinander lagen und die Ruhe genossen.

(von Michael Diehl)


Ein ganz gewöhnlicher Besuch auf dem Gnadenhof

(von Siegfried Paul)

Es war Ende Oktober 2009 als mein Freund Fritz mich fragte, wann ich das nächste Mal zum Gnadenhof fahren würde. Ich fahre dann mit, verkündete er. Nun hatte ich ein paar Wochen vorher Geburtstag gehabt und alle meine Gäste gebeten, mir an Stelle eines Geschenkes (für welches man doch nur herumrennt, sich Gedanken macht, usw. - jeder kennt es), eine Geldspende für den Gnadenhof zukommen zu lassen. Davon hatte sich auch Fritz überzeugen lassen und war nun neugierig geworden, wo seine Spende gelandet war. Ich meldete uns auf dem Gnadenhof an und wir fuhren los. Die Fahrzeit von Bad Ems aus beträgt ca. 40 Minuten. Vorher hatte ich noch einige Beutel Karotten gekauft. Auf dem Hof angekommen, kamen wir zuerst an Zarina vorbei, einer schwarzen Galloway-Kuh. Bei ihr standen zwei Ponys und die Karotten schmeckten allen bestens. Ein Pony stand weiter entfernt und wollte sich keine Karotte holen. Also nahm ich eine und versuchte sie ihm hinüberzuwerfen. Zu meiner Überraschung erschreckte es sich und machte einen kleinen Satz nach vorn. Ich hörte hinter mir Sylvias Stimme, als sie sagte: Das ist unsere Heidi, sie ist blind. Nachdem ich bei Pippa, dem Begrüßungsschwein, auch ein paar Karotten losgeworden war, gingen Sylvia, Fritz und ich auf die Koppel, um zumindest einige der übrigen zwanzig Pferde zu sehen. Dabei wurden wir von drei Katzen begleitet. Ich will hier nur von einem Pferd berichten, dessen rechte Hinterhand mir aufgefallen war. Wie Sylvia erzählte, war es einmal ein Rennpferd, hatte ein Fohlen geboren und bald danach durch einen Tritt nach hinten an die Wand die rechte Hinterhand gebrochen. Um das Fohlen zu retten, hatte man die Stute nicht erlöst, sondern versucht, die gebrochene Hinterhand zu stabilisieren. Wenn das Fohlen die Milch nicht mehr benötigte, sollte die Stute zum Schlachter gebracht werden. Wie man sehen kann, lebt sie heute glücklich mit anderen Pferden auf dem Gnadenhof und ist mittlerweile 18 Jahre alt. Auf dem Weg zum Hundehaus kamen wir am Traktor vorbei, der Dank einer großzügigen Spende angeschafft werden konnte (natürlich gebraucht). Linda, Sylvia und Radi luden uns dann zu einem Kaffee in das Gemeinschaftsräumchen beim Hundehaus ein. Dieses wird von einem mächtigen Rottweiler in den besten Jahren bewacht. Mir ging sofort durch den Kopf, was ich schon alles an Storys über bissige und unberechenbare Rottweiler gehört und gelesen hatte. Da sollte ich hineingehen? Um es kurz zu machen: Sylvia überzeugte mich, dass keine unmittelbare Lebensgefahr bestand und Thyson, der Rottweiler, wusste es auch! Er war ausgesprochen lieb und verschmust. Er wurde dabei nur noch von den beiden Hundedamen Bella und Donna übertroffen, die mit allen Kräften den armen Fritz bearbeiteten und abwechselnd versuchten, ihm Küsschen zu geben oder seine Ohren zu lecken. Ein Glück, dass er Hundeliebhaber ist und auch Erfahrung mit eigenen Hunden hat. Plötzlich griff er in seine Tasche und legte einen Geldschein als Spende auf den Tisch, weil er, wie er sagte, so beeindruckt war, v on Allem was er gesehen hatte.

Auf der Heimfahrt sprachen wir nur wenig, aber Fritz bedankte sich bei mir für diesen Nachmittag.

Tierschutz an der Lahn

(von Jutta Heimbach)

Nach all den Jahren hat es sich herumgesprochen, dass ich im Tierschutz tätig bin. Somit vermehren sich auch die Anrufe derer, die um Hilfe bitten. Auch wenn unser Gnadenhof im Hunsrück liegt, gibt es immer mehr Menschen, die ihre Tiere - aus welchen Gründen auch immer - bei uns abgeben wollen. Ich arbeite gerne mit den Tierfreunden im Nassauer Land zusammen, weil meine Freundin Beate (Schrader) seit vielen Jahren dort tätig ist und mir immer gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Tierfreunde übernehmen die Kosten für aufgefundene Tiere im Kreis, die ggf. kastriert oder tierärztlich behandelt werden müssen. In einigen Fällen versuchen wir dann gemeinsam eine Lösung zu finden.

So in dem Fall einer verletzten Katze, die sich im Garten einer Familie in Nievern auffand. Die Dame rief mich an einem Sonntag an, dass diese Katze seit Freitag in ihrem Garten in einem Körbchen schliefe und ziemlich fertig, vermutlich sogar verletzt, sei. An einem Sonntag und dazu noch am Abend einen Tierarzt zu finden ist bekanntlich schwierig. Also habe ich zugesagt, am Montagvormittag zu kommen und das Tierchen zum Arzt zu bringen. Gott sei Dank habe ich einen sehr netten Chef, der für meine Tierschutzaktionen Verständnis hat und mir den Vormittag frei gab. Ich habe das Katerchen abgeholt und zu Frau Dr. Hochkirch nach Bad Ems gefahren. Sie stellte eine Bisswunde am Pfötchen fest, die bereits entzündet und vereitert war und versorgte die Wunde. Glücklicherweise sahen wir, dass das Katerchen tätowiert ist und über die Tierärztin, Frau Dr. Wagner aus Nassau, konnten wir die Eigentümerin ermitteln. Ich habe Kater Susi dann zu seinem Frauchen gefahren. Sie war überglücklich, dass Susi wieder aufgetaucht ist. Seine Geschichte: Die Besitzerin war bei einer Freundin für einige Zeit in Urlaub. Die Dame, die sich um Susi kümmern sollte, hatte wohl keine Zeit mehr dafür, und hat Susi dann an den ca. 10 km entfernten Urlaubsort gebracht. In einem unbemerkten Augenblick ist Susi dann durchs Fenster geschlüpft und hat sich auf den Nachhauseweg gemacht. Auf diesem Weg hat er vermutlich Bekanntschaft mit anderen Katern gemacht und sich seine Verletzung zugezogen. Meine Freundin Beate hat nach einigen Tagen noch einmal nach Susi gesehen und es ging ihm gut. Er war zwischenzeitlich noch einmal bei Frau Dr. Wagner, weil er bei einem seiner Kämpfe einen Zahn verloren hatte. Ende Januar 2010 stand ein Artikel über einen Kater in der Zeitung, der im Keller des Statistischen Landesamtes in Bad Ems gefunden wurde. Und raten Sie mal, wer das wohl war??? Genau: Kater Susi. Er hatte mal wieder einen Fluchtversuch unternommen (Frauchen ist zwischenzeitlich umgezogen) und landete dabei im Keller. Zum Glück hat man ihn gefunden (er "lebte" dort ca. 2 Wochen) und war wohlauf. Eine tierliebe Mitarbeiterin hat ihn erst einmal mit nach Hause genommen, weil sein Frauchen nicht zu erreichen war. Jetzt ist er wieder dort und überlegt sich hoffentlich für die Zukunft, wohin es ihn treibt.

Meine 2. Tierschutzgeschichte handelt von:
Calle, einem liebenswerten, alten Schäferhund

Auch Calle ist (wie Artus) ein "ausgedienter" Wachhund. Sein Wachmann erfuhr zufällig, dass Calle gegen ein jüngeres Tier ausgetauscht und eingeschläfert werden sollte. Also bat Herr Teifel um Hilfe. Er rief einige Tierheime, Tierschutzvereine und mich an. Ich versprach zu helfen. Wir selbst konnten Calle leider nicht aufnehmen, weil wir schon völlig belegt waren und auch noch sind.

Ich fuhr zu dem zu bewachenden Objekt nach Holzappel, freundete mich mit Calle an (was bei seinem liebenswerten Wesen auch nicht schwierig war), machte einige Fotos und hoffte, dass wir Calle irgendwo gut unterbringen können.

Zuhause machte ich mich umgehend an die Arbeit und erstellte Infomaterial zum aushängen/verteilen und verschickte dieses Material großzügig an alle Freunde und Bekannte per e-mail. Diese verteilten es wiederum weiter. Und so war Calle bald in aller Munde. Nur nehmen wollte oder konnte ihn niemand. Die Menschen, die bereit gewesen wären, hatten selbst schon "genug" alter Tiere. Das ist ja leider immer so.

Dann teilte mir Herr Teifel mit, dass sich die Eigentümer darauf verständigt haben, dass Calle bleiben darf, wenn er sich mit dem neuen Hund (einem Mädchen) versteht. An Calle lag es nicht, aber die Hündin hat ihn nach ein paar Tagen ziemlich gebissen. Also wieder nichts mit dem Glück.

Nun wollte Herr Teifel ihn selbst übernehmen. Das Problem war allerdings, dass Calle absolut keine Katzen mag. Und Herr Teifel besitzt einige Exemplare davon. Egal: "Wir bauen ihm in unserem Gartenhäuschen ein Zuhause, eine schöne Hundehütte und dann kann er kommen". Also musste ich mir keine Sorgen mehr machen und habe sämtliche tierlieben Freunde über Calles Glück informiert.

Nur gut, dass mich ca. 2 Wochen später eine nette Dame aus Kemmenau anrief und sich nach Calle erkundigte. Also rief ich wiederum bei Herrn Teifel an und fragte nach ihm. Tja, teilte dieser mit, der Calle wird wohl in dieser Woche noch eingeschläfert. Ich bekam einen riesigen Schrecken. "Warum denn das? Sie haben ihn doch bei sich Zuhause?" Aber das hat wohl nicht funktioniert bzw. hat man es gar nicht erst ausprobiert. Calle wollte und konnte plötzlich nicht mehr alleine bleiben. Er hat geheult, sobald man ihn alleine ließ. Und das wollte Herr Teifel seinen Nachbarn nicht zumuten.

Ich war entsetzt. Nun hatte ich alles abgeblasen und wo sollte ich so schnell mit Calle hin? Eine Freundin gab mir den Rat im Tierheim Koblenz anzurufen. Also tat ich das, obwohl mir nicht wirklich wohl war bei dem Gedanken, dass Calle ins Tierheim soll. Aber besser als tot, oder??? Frau Höfer, die Tierheimleiterin, war sehr nett und sagte mir, dass Herr Teifel sich mit ihr in Verbindung setzen soll und Calle in der darauf folgenden Woche zu ihr bringen kann. Das tat Herr Teifel auch, denn Calles Foto erschien einige Tage später auf der Homepage vom Tierheim. Trotzdem machte mich das ein wenig traurig. Ich wollte die Geschichte ein bisschen im Auge behalten, habe auch noch einmal mit Frau Höfer gesprochen (von Herrn Teifel habe ich übrigens nie mehr etwas gehört, auch kein "Danke" für die Hilfe). Frau Höfer sagte mir, dass Calle ein sehr lieber und freundlicher Hund sei und sich nicht sehr wohl im Tierheim fühlt. Das war mir fast klar. Ich hatte ein schlechtes Gewissen.Calle

Und dann: 2 Tage nach Weihnachten schaute ich wieder auf die Homepage vom Tierheim. Und was las ich da: Calle ist vermittelt! Ich traute meinen Augen nicht. War das ein Scherz??? Aber nein, eine junge Mitarbeiterin des Tierheims, deren alter Hund gestorben war, hat Calle zu sich genommen. Er versteht sich prächtig mit ihren beiden kleineren Hunden. Sie nimmt ihn morgens mit zur Arbeit, Calle kümmert sich um andere Hunde und hat sogar einige Welpen "adoptiert", und abends darf er mit nach Hause. Ist das nicht wunderbar? Ich habe - wie sagt man so schön? - Rotz und Wasser geheult, als ich das gelesen habe. Selbstverständlich habe ich sämtliche alarmierten Tierfreunde über das Happy End informiert und sie alle haben sich riesig gefreut.

Und soll ich Ihnen noch etwas sagen: Im März 2010 fand in Koblenz eine Hundemesse statt. Auch das Tierheim Koblenz war mit einem Infostand vertreten. Und wer war dabei: der Calle!!! Souverän, kann ich nur sagen. Vollkommen cool hat er einen Bühnenauftritt mit den besagten Welpen gemeistert, als hätte er nie was anderes getan. Und die neue Besitzerin habe ich erst mal ganz feste umarmt und gedrückt und mich herzlich bei ihr bedankt.

Ja, so geht es - tagein, tagaus. Fast jeden Tag Anfragen, kann ich mein Tier (ob Hund oder Katze) abgeben? Es geht nicht mehr:

  • weil ich kein Geld mehr habe
  • weil das Tier zu alt ist
  • weil sein Besitzer gestorben ist
  • weil, weil, weil...

Liebe Freunde, die Menschen rufen nicht nur bei uns an, so geht es jedem Tierschutzverein. Wir alle stoßen mittlerweile an unser Limit, nicht nur finanziell sondern auch psychisch und physisch. Manch eine Geschichte stimmt so dermaßen traurig, aber man kann einfach nicht immer helfen. Die Tiere müssen ordnungs- und tierschutzgemäß untergebracht werden, es muss genügend "Schmuse- und Spaziergang-Zeit" für sie da sein (an der es trotz aller Bemühungen immer fehlt und fehlen wird), und nicht zuletzt muss genügend finanzieller Hintergrund vorhanden sein, damit wir alle Schützlinge gut versorgen können. Denn sonst hätte man sie ja nicht zu uns bringen müssen.

Liebe Freunde, bitte helft uns weiterhin so gut es geht. Macht ein bisschen Werbung für unseren Verein. Irgendeine Idee hat man immer, um an ein bisschen Geld zu kommen.

Sei es ein runder Geburtstag (wie z. B. bei Siegfried und seiner Frau) oder eine Silber-, Goldhochzeit, bei der man auf Geschenke (Steh-Rumchen u. ä.) verzichtet oder eine Wanderung (wie das Beispiel des Spinning-Teams des Fitness-Studios Weisgerber in Nievern zeigt), an der die Würstchen nur gegen Spende vergeben werden.

Oder wie Marion es gemacht hat: Sie hatte einen Stand auf dem Weihnachts-markt in Simmern und hat die vorfinanzierten Engelchen verkauft. Der Gewinn daraus wurde an uns gespendet. Und es hat sich richtig gelohnt!

Das ist doch toll, nicht wahr? Also: Lasst Euch etwas einfallen!

Gnadenbrot 2003

Fanni

Jedes unserer Tiere hat seine eigene, meist traurige Geschichte. So möchten wir Ihnen heute von dem Schicksal der kleinen Stute FANNI berichten.

Fanni lebte bis zu ihrem 18. Lebensjahr bei "ihren" Menschen. Dort wurde sie geboren und man hat viele schöne Stunden mit ihr verbracht. Sie hat den Menschen Freude bereitet.

Mit 18 Jahren jedoch wird man als Pferd langsam alt und nicht jeder ist willens seinem Tier das Gnadenbrot zu geben. Man entschloss sich also Fanni zu verschenken.

Es war ein heisser und strahlender Sommertag. Ich wollte zum Einkaufen, trank noch einen Schluck Kaffee und sah aus dem Fenster. Saftige Weiden, grüne Wälder und strahlend blauer Himmel. Unsere Tiere dösten zufrieden vor sich hin.

Von weitem sah ich zwei Reiter über die Wege galoppieren. Etwas liess mich stutzen. Eines der Tiere, so schien es mir, lahmte. Ich war nicht sicher, zu weit war die Entfernung. Aber aus dem Kopf ging mir dieses Bild nicht mehr.

Mein Mann und ich fuhren los um unsere Besorgungen zu machen. Im Geist war ich noch mit dem lahmenden Pferd beschäftigt, jedoch versuchte ich mich zu beruhigen. Ich konnte es nicht genau erkennen. Es war ganz gewiss nicht so.

Unser Weg führte uns durch das Nachbardorf. Auf der Haupt-strasse kamen uns zwei Reiterinnen entgegen. Ein schönes kräftiges Pferd und ein junges Mädchen, dessen rotes Haar in der Sonne leuchtete. Schön!

Hinterher jedoch trottete ein graues zotteliges Pferdchen, das schwer atmete, total verschwitzt war, lahmte und eine grosse blutende Wunde am Sprunggelenk hatte. Ich konnte es nicht fassen. Dagegen musste ich etwas tun.

Mein Mann fuhr einkaufen, ich jedoch zu meiner Tochter, mit der ich mich dann ins Auto setzte, um wieder ins Nachbardorf zu fahren und nach dem Pferd zu schauen. Es dauerte nicht lange und wir fanden die Mädchen auf ihren Pferden. Fanni, die kleine graue Stute sah schrecklich aus. Ein armes, erbarmungswürdiges geschundenes Wesen. Wir forderten das Mädchen auf sofort von dem Tier zu steigen. Zur selben Zeit kamen uns Spaziergänger entgegen, die sich in das Geschehen einmischten. Sie erzählten, dass das Mädchen schon seit Stunden das lahmende Pferd reite.

Dem Pferdchen gehe es schon immer schlecht. Sie könnten es beobachten, da sie Nachbarn sind. Das Tier wäre einmal nach einem Ausritt zusammengebrochen und erschöpft stundenlang im Schnee liegen geblieben.

Diese Menschen waren zwar sehr lieb und nett, hatten aber keinerlei Zivilcourage. Wir riefen den Amtsveterinär an und fotografierten das erschöpfte Tier in seinem schrecklichen Zustand.

Inzwischen kamen die Eltern des Mädchens. Ein recht lauter und brutaler Vater, der meine Tochter gleich schlagen wollte. Ich ging dazwischen. Er beschimpfte und bedrohte uns, die Mutter schien sich zu schämen. Der Amtsveterinär kam. Die offizielle Anzeige wurde gemacht und die Familie bekam die Auflagen, das Tier ärztlich behandeln und den Schmied kommen zu lassen, um die furchtbar aussehenden Hufe zu korrigieren.

Wir gingen nach Hause, da wir nichts mehr tun konnten. Alles lag jetzt in Gottes Hand. Wir erkundigten uns oft nach Fanni und erfuhren, dass man sie nicht mehr reiten kann. Uns beschlich die Sorge und Angst, das Fanni jetzt geschlachtet werden würde, damit sie das Geld einbringt, was der Tierarzt kostete. Ausserdem konnte die Tochter ja nun nicht mehr ihren Spass mit dem Pferd haben.

Der Amtsveterinär versuchte mehrmals, die Familie zu überreden, Fanni auf unseren Gnadenhof zu geben. Aber es half nicht.

Meine Tochter und ich versuchten deshalb auf eigene Faust Kontakt mit der Familie aufzunehmen. Das war nicht leicht. Der Vater und seine Tochter hassten uns. Die Mutter jedoch konnten wir mit vielen Bitten, Gesprächen und natürlich Geld bekehren. Sie verkauften uns Fanni zum Schlachtpreis von DM 500,00. Für dieses Geld wollte sie ihrer Tochter ein neues Reitpferd kaufen. Wir mussten versprechen, dabei behilflich zu sein. Es sollte ja schliesslich kein altes und krankes Pferd mehr sein.

Aus dieser Geschichte wurde eine neue geboren, die wir in der nächsten Ausgabe unseres Rundbriefes erzählen werden. Sascha und Joscha waren die nächsten, denen geholfen werden musste.

Fanni ist heute seit zweieinhalb Jahren bei uns und ein glückliches und zufriedenes Pferd. Sie hat viele Pferdefreunde und Menschen, die sie lieb haben. Wir hoffen, es wird ihr noch sehr lange gut gehen und dass wir mit Ihrer Hilfe, liebe Freunde, Fanni weiterhin ihr verdientes Gnadenbrot geben können.


Fari

Ein kleiner, 16 jähriger Yorkshire Terrier namens Fari, wurde eines Tages zu uns gebracht. Frauchen konnten sich nicht mehr um ihn kümmern, weil ihr Vater ein Pflegefall geworden ist. Vater und Hund waren ihr zuviel Arbeit. Total verängstigt und zitternd lag Fari auf seinem Platz. Mein Mann kümmerte sich rührend um den kleinen Kerl. Jede freie Minute war er in seiner Nähe und trug ihn auf dem Arm. Der Kleine liebte meinen Mann und wartete bereits nach kurzer Zeit sehnsüchtig auf seine Streicheleinheiten. Aber einen alten Baum sollte man nicht verpflanzen, das trifft auch auf Tiere zu. Wir stellten fest, dass Fari sehr krank war und seinem Frauchen wahrscheinlich auch deswegen unbequem wurde. Er konnte weder Kot noch Urin halten. Unser Tierarzt versuchte ihm zu helfen. Aber alle Mühe war vergeblich. Wir konnten Fari nach einigen Tagen nur noch von seinen Qualen erlösen.

Dem kleinen Hund hätte man seine Ängste und Not ersparen können, wenn man ihm die kurze Zeit, die ihm noch blieb, in seiner gewohnten Umgebung gelassen hätte.

Übrigens: Bis heute hat sich von der Familie, in der Fari einmal gelebt hat, niemand nach dem kleinen Hund erkundigt!

Walli


Unsere kleine Dackeldame Walli wurde mit ihren 15 Jahren ins Tierheim nach Koblenz gebracht. Sie war ebenfalls für ihren Besitzer überflüssig geworden. Das Tierheim bat uns die Kleine zu übernehmen. Wir sagten zu. Heute ist sie der Liebling von uns allen. Ihr geht es - bis auf kleinere Unbefindlichkeiten - wunderbar. Alle Tiere respektieren sie. Aber sie kann ja auch ziemlich energisch knurren. 1 Jahr ist sie nun schon bei uns. Wir lieben sie und sie liebt uns - und dass hoffentlich noch recht lange.

Noch viele Tierschicksale könnten wir Ihnen erzählen. Es hat sich doch sehr, sehr viel ereignet in diesen 12 Monaten.

Gnadenbrot 2004

Das 1. Jahr auf dem neuen Hof

Am 1. April 2005 sind wir genau 1 Jahr auf dem neuen Hof. Es ist eine alte Mühle, die 1486 erstmals erwähnt wurde. Der Schinderhannes soll hier Kost und Logis erhalten haben. Die Mühle stand ca. 13 Jahre leer. Einige Menschen nutzten dies um alles zu zerstören.

Mobiliar, Fenster, Heizung, Strom. Sie zerschnitten diesem schönen alten Anwesen die Lebensader. Sie können sich sicher nicht vorstellen, was es bedeutete, das Haus zu entrümpeln. Endlos viele Fahrten zur Mülldeponie und Glas, immer wieder Glas (durch die zerschlagenen Fenster), dass es zu entsorgen gab.

Monika kam jedes Wochenende und sammelte viele, viele Eimer mit Scherben. Es sollte sich ja kein Tier daran verletzen.

Vom ersten April 2004 bis Ende Juni 2004 haben wir Haus, Neben-gebäude, Stallungen und Grundstück entrümpelt und sind bis heute noch nicht fertig. Weiden mussten eingezäunt werden. Die Ställe für die Pferde bezugsfertig gemacht, Tonnen von Lava geschippt und endlos viele Steine verlegt werden. Kleine zierliche Frauen, wie unsere Helga und Alice, haben Riesenkräfte entwickelt. Die Kinder Sarah, Josephine und Sofia haben zugepackt wie Erwachsene, die Männer sind unglaublich - echte Helden. Mit unendlich viel Liebe, Fleiß und Organisationstalent haben wir alle zusammen die Mühle für unsere gute Sache wieder zum Leben erweckt.

Ende Juni 2004 haben wir die ersten Pferde übergesiedelt. Sie haben hier ein Paradies. Zarina, unsere Kuh, war bis tief in den Herbst draußen. Im Winter hatte sie einen schönen großen Stall. Und jetzt, wir haben Mitte Mai 2005, geht sie wieder raus, sobald es nicht mehr soviel regnet. Pippa, unsere Schweinedame, steht am Empfang und begrüßt zur großen Freude aller, die Besucher. Sie ist das meist fotografierte Wesen auf der Mühle. Die Katzen haben ein schönes Katzenhaus bekommen. Cosima, die Ziege hat die große Freiheit. Den ganzen Tag tut sie, was sie will und geht wohin sie will. Die Hunde haben einen Auslauf. Weitere müssen wir noch bauen, aber im Wechsel können sie draußen sein und den Frühling genießen.

Der Umzug der Pferde dauerte bis in den August 2004. Gott sei Dank hatten wir eine lange Weidesaison. So konnten unsere ganz Alten noch ein letztes Mal herrlich satte Wiesen sehen und ihre Freiheit genießen. Leider, leider sind sie dieses Jahr nicht mehr alle dabei. Sie haben uns für immer verlassen. Das kleine alte Pony "Butchy" (36 Jahre), Fuchsi, die Rote (34 Jahre) und Zaruela (30 Jahre), das alte Rennpferd. Sie alle waren mehr als 10 Jahre bei uns.

Es war schrecklich für uns sie zu verlieren. Aber glücklich waren wir, dass sie noch einmal über endlose Wiesen laufen und frisches, saftiges Gras futtern konnten. In Altweidelbach hat man uns ja in den letzten Jahren alles genommen.

Nachdem das Wohnhaus von allem Gerümpel befreit war, haben Hermann und der Elektromeister, Herr Auster, dafür gesorgt, dass wir im Stall und im Haus Licht haben. Es war ein Fest und eine Freude, den Lichtschalter betätigen zu können. In den oberen Wohnräumen kam neues Glas in die Fenster, so dass man in diesen Räumen tapezieren und streichen konnte. Unser lieber Günter kam jeden Tag, tapezierte und strich die Wände. Dann hatten Sylvia und Mascha ihre Zimmer.

Es war ein schwieriger Abschnitt des Umzugs. Ein Teil der Tiere war noch in Altweidelbach, die anderen schon in Budenbach. Zum Schlafen und Baden ging es nach Altweidelbach und tagsüber arbeiteten wir auf der Mühle und hatten alle Hände voll zu tun. Sie können sich sicher vorstellen, zwei große Haushalte, da Tiere und dort Tiere, alle wollten versorgt sein. Das war nicht einfach.

Der Sommer ging langsam dem Ende zu. Die Tage wurden kürzer, die Nächte kälter. Nach und nach holten wir die Hunde. Zuerst die Kleinen. Unsere erste Nacht im Haus war ganz schön gruselig. Sylvia und ich waren die ersten die nachts bei den Tieren blieben. Die Nächte waren rabenschwarz, Straßenlaternen gibt es im Wald nicht. Die Sterne und der Mond spendeten uns Licht. Ungewohnte Geräusche, Knistern und Knacken im Geäst ließen einen manchmal vor Schreck erstarren. Die Stimmen der Tiere des Waldes, das Haus mit den vielen offenen Fenstern und der Ruine des Gesindehauses, die Tür an Tür mit dem Wohnhaus war. Die Tatsache, dass sich dort vor uns alle möglichen Leute herumgetrieben haben, jagte uns manchmal ganz schön Angst ein. Aber tapfer hielten wir durch.

Eine Wand an der Wetterseite des Hauses war total kaputt. Die Balken waren total verfault, ein neues großes Problem tat sich auf. Was tun? Wir wollten die Mauer selbst wieder aufbauen, aber wie? Keiner von uns hatte Ahnung. Monika hat einen Bekannten, der ist Maurer. Ihn wollte sie fragen, ob er uns mit Rat zur Seite stehen könnte. Er kam, sah sich die Wand an und machte uns nicht sehr viel Hoffnung, von wegen selber machen.

Ziemlich mutlos sahen wir in die neue Woche. Mitte der Woche kam ein Anruf: Monika. Sie sagte: "Herbert kommt nächste Woche und mauert uns die Wand neu. "Herbert!"

Herbert kam, er mauerte die Wand und setzte die Fenster wieder ein. Den verfaulten Dielenfußboden holte er raus und ersetzte ihn durch Estrich und, und, und, und.... Herbert kommt heute noch und baut Parzellen für die Hunde, Stallungen für die Pferde, hat uns den ganzen Winter über mit Holz versorgt, Kartoffeln, Zwiebeln und allerhand gute Dinge zum Futtern mitgebracht. Herbert kam durch Monika vom lieben Gott. Heute sind die beiden ein Paar.

Der Herbst war da. Die Bäume verloren ihr Laub. Die Tage waren schön und sonnig, jedoch die Nächte waren kalt. Abends zündeten wir den Kamin an, setzten uns ans Feuer uns ließen den Tag ausklingen. Boris und Mascha blieben jetzt manchmal über Nacht. Es war kalt. Manchmal sehnte man sich nach einem warmen Bad, aber warmes Wasser gab es nicht. Nur auf dem Herd konnte man einen großen Topf erwärmen und sich waschen. Ein Durchlauferhitzer musste her. Sokrates spendete uns einen. Unser lieber Hermann kam mit dem Elektromeister und schloss ihn an. Hermann, die gute Seele. Ich weiß nicht, wo wir manchmal geblieben wären ohne ihn. Ohne Jutta, Monika und Herbert. An dieser Stelle möchte ich allen danken, die sich so eingesetzt haben, unermüdlich geholfen haben, Kosten übernommen.

Feuer auf dem Gnadenhof

Der Winter war lang und kalt. Für uns hier auf dem neuen Hof war er ganz besonders kalt. Meine Familie und ich haben uns in ein Abenteuer begeben. Alles was im heutigen Leben normal ist, haben wir nicht oder nur begrenzt. "Heizung" gibt es nur in einem Raum und das in Form eines offenen Kamins. Strom ist auch nur begrenzt vorhanden. Eine Küche existiert nur provisorisch im ehemaligen Schweinestall. So muss man wohl direkt nach dem Krieg gelebt haben. Nichts desto Trotz sind wir zufrieden. Wir sind mit unseren Tieren zusammen und freuen uns gemeinsam auf Frühjahr und Sommer. Das heißt: weite und satte Wiesen für die Pferde, die Kuh und die Ziege. Für die Hunde einen großen Auslauf und für die Katzen ein wunderschönes Katzenhaus. So träumten wir…

In einer der kältesten Winternächte, meine Familie und ich haben uns nach einem sehr langen und anstrengenden Arbeitstag um die besagte einzige Wärmequelle gesetzt, eben jenen Kamin. Es war so kalt, dass sich an den Fenstern dicke, fette Eisblumen bildeten. Wir saßen eingehüllt mit dicken Federbetten auf der Couch, die Hunde haben sich eng an uns gekuschelt. So haben wir Fernsehen geschaut. Unsere Lieben, Herbert und Monika, haben uns, Gott sei dank, immer wieder mit Holz versorgt, welches wir tüchtig in den Kamin legten. Plötzlich bemerkte ich Rauch. Es war nichts Ungewöhnliches. Manchmal russte es so stark aus dem Kamin, dass wir ständig wie "Räucherware" rochen. Aber heute empfand ich es schlimmer. Ich machte Sylvia und Mascha darauf aufmerksam. Beide beruhigten mich. Nach einer Weile empfand ich den Rauch noch stärker. Nun ließ ich mich nicht mehr beruhigen. Mein Sohn Boris, der sich im oberen Stockwerk aufhielt, rief: "Hier ist alles voller Rauch".

Nun gab es kein Pardon. Sylvia musste über das Dach eines Nebenge-bäudes in die Ruine des ehemaligen Gesindehauses klettern. Der Kamin war genau an die angrenzende Wand gebaut.

"Alles in Ordnung?", fragte ich meine Tochter. "Nichts ist in Ordnung!", kam die aufgeregte Antwort. "Ich brauche sofort den Wasserschlauch." Mascha kümmerte sich um den Wasserschlauch, während Boris und ich alle Hunde aus dem Haus in ein Nebengebäude, die so genannte "Küche" brachten. Mein Mann passte dort auf die Tiere auf, während mein Sohn und ich die Möbel in Sicherheit brachten und die Feuerwehr riefen. Sylvia löschte und schlug mit einer kleinen Axt den Putz von dem Balken, der sich entzündet hatte und hielt immer wieder den Wasserschlauch auf die Glut. Wir schafften es gemeinsam mit viel Glück, dem Herrgott auf unserer Seite und vielen, vielen Schutzengeln, das Feuer zu löschen.

Nun kam auch der Brandmeister mit zwei Polizisten. Er war zufrieden mit unserer Leistung, gab uns noch ein paar Tipps und sagte: "Ihr müsst Brandwache halten und immer wieder den Balken mit Wasser kühlen". Dann gingen die Herrschaften. Wir sahen uns erst jetzt richtig um, in der eiskalten Nacht ohne Feuer, das Löschwasser gefror auf dem Fußboden und in Sylvias Haaren. Ihre Hände waren blau gefroren. Alle zusammen, Mensch und Tier, flohen wir in die einzige, mit Ruß bedeckte Wärme-quelle Bett, wechselten uns bei der Brandwache ab und warteten darauf, dass es hell wird. Ein neuer Tag. Was wird er uns bringen?!

Juttas Katzenhaus

  Unsere heißgeliebte Jutta, Chefin über Finanzen, Initiatorin für so manche Arbeitsaktionen auf der Mühle, für die wunderbaren Flohmärkte in Miellen und die Bittbriefe an Sie. Kurzum, unser heißgeliebtes Dollarauge. Ihre große Liebe gehört den leisen Pfoten. Mit Lüke, Ingeborg, Verena, Hermann und Ossi, hat sie den Stubentigern ein wunderschönes zu Hause geschaffen. Sie alle haben gesägt, gehämmert, isoliert und gepinselt. Dabei kam das heraus:

Hermann brachte Markus mit zur Mühle. Markus ein sehr netter, tüchtiger, junger Mann, Dachdecker von Beruf, hat sich bereiterklärt, das Dach des Katzenhauses neu zu decken. Eines Tages, morgens früh, kamen die Jungs. Alle waren zum helfen gekommen. Ruck-Zuck stand ein Gerüst. Der alte Schiefer wurde vom Dach entfernt, das Dach neu gedeckt und am Stallgebäude eine Reparatur getätigt, dort hat es hineingeregnet. Und dann war der Spuk vorbei. Markus ging und versprach wiederzukommen.


Die Kinder aus Miellen

 

Hoher Besuch kündigt sich auf dem Gnadenhof an. Das wichtigste in unserem Leben, die, die unsere Zukunft sind, haben große Interesse an unserer Arbeit und sehr viel Liebe für die Tiere gezeigt.

Tanja, Marco Sch., Marco R., Max und Nico.

Die Kleinen, sie sind tatsächlich von Tür zu Tür gegangen und haben selbst geerntete Nüsse verkauft. Den Erlös spendeten sie für den Gnadenhof. Ich war zutiefst gerührt. Feierlich übergaben sie mir einen Umschlag mit 50 EUR. Meine Freude war riesengroß. Wir aßen gemeinsam Spaghetti, Jutta und Sylvia zeigten ihnen die Tiere, dann saßen wir noch zusammen und erzählten und ließen den Nachmittag ausklingen.

Einige Wochen später, Juttas Mama und der kleine Max unterhielten sich. Es ging um Lottogewinne und was tun mit dem Geld. Juttas Mama sagt: "Wenn ich gewinnen würde, würde ich der Linda und dem Gnadenhof das Geld geben", daraufhin antwortete Max: "Um Gottes Willen, wenn sie schon bei 50 EUR so ausflippt, würde sie ja bei so viel Geld glatt in Ohmacht fallen"

Danke Ihr lieben, lieben Kinder. Ich hoffe, Ihr besucht uns bald wieder auf dem Gnadenhof.


Herkules

Unser kleines Shetlandpony wurde krank. Es musste in die Klinik. Diagnose: Darmverschluss. Eine OP war unumgänglich. Mascha, Sylvia und ich fuhren ihn in die Klinik nach Gießen. Spät nachts kamen wir an. Sofort wurden Untersuchungen eingeleitet. Eine Stunde später wurde operiert. Die Operation überstand Herkules gut. Der Verschluss wurde entfernt und wir hatten alle Hoffnung auf ein gutes Ende. Leider gab es dies nicht. Herkules hatte weiterhin Koliken. Eine erneute Öffnung des Bauches war notwendig und somit bestand das Risiko einer Bauchfellentzündung. Wir hofften von ganzem Herzen, dass der kleine Kerl es schaffen und gesund werden würde. Jeden Tag fuhren wir 300 Kilometer hin und zurück um ihn zu besuchen. Der Kleine freute sich jedes Mal. Bei der 2. OP fand man einen faustgroßen Darmstein. Er wurde entfernt. Eine Bauchfellentzündung kam hinzu, Herkules ging es immer schlechter. Dann kam am Morgen der Anruf aus der Klinik. Man konnte Herkules nicht mehr helfen. Es wurde uns nahe gelegt ihn Einschläfern zu lassen. Alles hatten wir versucht um sein Leben zu retten. Wir hatten ihn sehr lieb. Schweren Herzens gaben wir unser Einverständnis. Qualen wollten wir ihm ersparen. Es war für uns sehr schlimm, dass wir nicht bei ihm sein konnten. Aber der Weg zur Klinik war so weit und so lange sollte er keine Schmerzen mehr ertragen müssen. Er wurde einge-schläfert. Das Leben hatte verloren. Wir standen da, weinend ohne Herkules und Herzen, die schwer waren wie Felsen.

Die Rechung von 2000 EUR dürfen wir in Raten zu 100 Euro abbezahlen.

Frau Klein vom Bund Deutscher Tierfreunde kündigte ihren Besuch an, sie wollte uns und unsere Tiere sowie die Mühle kennen lernen. Es war ein sehr, sehr netter Besuch und ein schöner Tag. Wir erzählten viele Geschichten, auch die von Herkules und unserer Trauer um ihn und dann fragte Frau Klein nach den Kosten der Behandlung. Wir nannten ihr den Betrag und ganz spontan sagte sie: "Wir zahlen die 2000 EUR".

Die Rote

Unsere liebe Fuchsi ist am 3. November 2004 als 34 Jahre alte Pferdedame für immer in den Pferdehimmel gegangen.

Wir hatten sie vor 18 Jahren von einem Reit- und Turnierstall gekauft.

Das Leben meinte es nicht gut mit ihr bis...

"Sylvia, schau da ist ein neues Pferd", eine große kräftige Fuchsstute stand in ihrer Box, wippte nervös mit dem Kopf und wiegte ihren Körper hin und her. Wir wollten wissen woher dieses Pferd kam und was mit ihm geschehen sollte. Wir suchten Herrn A., den Besitzer des Stalles und erfuhren, dass die große Rote, so wurde sie genannt, einem bekannten Springreiter gehört hatte. Sie ging Mächtigkeitsspringen. Die Hindernisse bei solchen Springen sind bis zu 2,5 m hoch - schrecklich. Warum sie verkauft wurde wissen wir nicht. Wahrscheinlich brachte sie nicht mehr genug Leistung, taugte nicht zur Zucht und damit war Ihr Schicksal besiegelt: Es folgte der Verkauf an einen Pferdehändler. Von dort kaufte Herr A. das Tier, um es im Schulbetrieb laufen zu lassen oder aber mit ihr Fohlen zu ziehen. Fuchsi - Die Rote


Sylvia und ich beschlossen, die Rote nicht mehr aus den Augen zu lassen und auf sie aufzupassen. Wir waren jeden Tag im Reitstall, hatten wir doch schon Hansi, Mephisto und Aloha von dort gekauft. Pferde, die ohne uns mit Sicherheit nicht gutes zu erwarten hatten und deren Weg zu guter Letzt zum Schlachter führt. Weil sie ihren Besitzern nicht mehr zum Spaß dienen konnten, aus Altersgründen oder weil man ihnen nicht genug Zeit ließ eine Verletzung auszuheilen. Leider gibt es noch viele andere Gründe mehr.

Ein Leben ohne Reiter können oder wollen die meisten Pferdebesitzern ihren treuen Kameraden nicht bieten.

Die Rote ging in den Schulbetrieb. Sie war nervös und hippelig, die Reitschüler waren nicht glücklich mit ihr. Deshalb stellte Herr A. sie auf die Weide, um mit ihr ein Fohlen zu ziehen. Aber das total verängstigte und verstörte Pferd nahm nicht auf. So ging es zurück in den Schulbetrieb. Die Stute litt furchtbar. In den wenigen Momenten, in denen wir bei ihr waren, sie streichelten und versprachen sie zu retten, wurde sie ganz ruhig und zufrieden.

Eines Morgens als ich zu ihr kam, sah ich mit Entsetzen, dass ihr Widerrist blutig und wund war. Wir reinigten und verarzteten die Wunden. Ein junges Mädchen kam mit ihrem Sattel und wollte die Rote in den Schulbetrieb holen. Wir erklärten dem Mädchen, wie unmenschlich es sei, ein Pferd in diesem Zustand reiten zu wollen. Sie reagierte erschrocken und sagte, niemals darüber nachgedacht zu haben. Von da an dachte Sie! Nun mussten wir schnell und mit viel Diplomatie handeln. Wir bitteten und bettelten Herrn A. er möge uns die Rote verkaufen. Er sollte doch mal überlegen: Als Schulpferd taugte sie für ihn nicht und beim decken nahm sie nicht auf. Also konnte er auch kein Fohlen mit ihr ziehen. Wir hingegen blieben als zahlende Kunden. Herr A. war kein Böser. Die Situation mit der Roten war auch für ihn nicht in Ordnung. Seinen Schulpferden ging es gut - falls es Schulpferden überhaupt gut gehen kann. Er tat alles für sie und versorgte sie gut. Für 4000.- DM konnten wir die Rote kaufen. Dies taten wir dann auch ganz schnell. Nun hatten wir Hansi, Mephisto, Aloha und die Rote. Es folgten Heinrich, Silas und Dalida. Alles Pferde mit einem traurigen Schicksal. Wir konnten sie auffangen und ihnen Liebe und ein artgerechtes Leben schenken. Lange standen wir nicht mehr bei Herrn A. im Reitstall. Sieben Pferde hatten wir nun. Es war an der Zeit einen eigenen Hof zu haben. Fuchsi - Die Rote


So kamen wir in den Hunsrück und der Gnadenhof wurde geboren. 15 Jahre ist es nun her. Die Rote, wir nannten sie Fuchsi, hatte noch ein wunderschönes Leben. Ihr Vertrauen zu uns war grenzenlos. Wir sind gemeinsam durch flatternde Bänder, über knisternde Plastikplanen und durch Wasser gegangen. "Vertrauen lernen" nannten wir das. Nervös war sie nicht mehr. Eine gute Freundin fand sie in Aloha. Aloha, die viel jünger war, beschützte Fuchsi vor allem und war stets an ihrer Seite. Die Jahre vergingen. Aus Fuchsi wurde ein ganz altes Pferd. 34 Jahre war sie nun. Eines Tages legte sie sich in ihren Stall, wollte nicht mehr aufstehen. Wir begriffen, dass die Zeit des Abschieds gekommen war. Immer wieder hob sie ihren Kopf, als wollte sie sehen, dass wir auch alle da waren. Aloha, Mascha, Sylvia, Boris, mein Mann und ich. Leise, ganz leise und ruhig ist sie dann in den Pferdehimmel gegangen. Dieses liebe Tier wird immer in unserem Herzen sein. Lange, ganz lange tat es sehr weh. Die Weidesaison hat wieder angefangen. Wir sind auf dem neuen Hof. Aloha hat nach langer Traurigkeit eine neue Freundin: Marina. Als die Pferde heute auf die Wiese galoppierten, kam Aloha wieder zurück, suchte mit wachem Blick die Wiese ab und wieherte. Ganz so hatte sie es getan als Fuchsi noch lebte. Das alte Mädchen konnte ihr nicht so schnell folgen. Dann trabten sie gemeinsam weiter. Ich sitze hier und schreibe das erlebte für unser Heftchen. Mein Herz tut weh und die Tränen laufen. Ich bin traurig und dankbar und auch glücklich, dass der Gnadenhof mit Ihnen an unserer Seite den armen und gequälten Tieren, die keiner mehr will, noch eine schöne Zeit, in der sie wieder Vertrauen zu uns Menschen lernen, geben kann. Wir können nicht alles Leid der Welt lindern und nicht überall helfen.

Aber: Wo wir helfen können ist ein Anfang gemacht!

Gnadenbrot 2005 & 2006

Neu bei uns eingezogen...

Batzi (Bild), ein lieber Rauhhaardackel. Er ist 12 Jahre alt und sein Herrchen ist verstorben.

Tongo, ein Labrador-Mix. Er ist 2 1/2 Jahre alt. Nach einem schweren Autounfall musste ihm sein rechtes Hinterbein amputiert werden. Sein Frauchen sagt, er sei aggressiv geworden. So blieb er bei uns.

Zwei Perserkatzen wurden uns gebracht. Beide waren stark an Katzenschnupfen erkrankt. Der Katze konnte der Doktor leider nicht mehr helfen. Wir mussten sie einschlafen lassen. Dem Kater geht es jedoch wieder gut.

Dann kam noch eine Katzenmama mit ihren 4 Kindern. Nach Kastration und Impfung gilt es nun, diese alle in gute Hände zu vermitteln.

Pegasus, ein kleines Pferdchen, ca. 4 Jahre alt, konnten wir mit € 300 auslösen. Er war sehr schwer krank und wird auch immer in ärztlicher Behandlung bleiben müssen.

Arbeit ohne Ende

Auch nach 2 1/2 Jahren gibt es auf der Weirichmühle noch sehr viel zu tun. Die Renovierungsarbeiten sind noch immer in vollem Gange. Nach wie vor kommen Herbert und Monika, Hermann und Jutta, Verena und Lücke, Ilona und Günter, Boris, Sokrates, Markus Gies, Elektromeister Klein und Papa Heimbach zur Hilfe. Großartige Menschen, ohne die nichts, aber auch gar nichts, ginge. Danke Euch allen.

Das Jahr 2005, der Herbst, der Winter
und das Wunder vom Ofen

Wie Sie sich sicherlich noch erinnern können, ist unser Kamin im letzten Jahr (2004) dem Feuer zum Opfer gefallen. Der Herbst 2005 hat Einzug gehalten. Die Abende werden immer kälter. Wir frieren. Der alte Fränklin, ein Gussofen, ist sehr schön, aber er wärmt nicht. Wir denken an den bevorstehenden Winter.

Heute hat sich Hermann angekündigt. Plötzlich waren auch Herbert und Lücke da. An einem Tag, der für ihr Kommen sehr ungewöhnlich ist. Auch Jutta, Verena und Monika tauchten auf. Irgendetwas stimmte da nicht. Alle schauten so geheimnisvoll. Hermann, der mit einem Anhänger am Auto vorgefahren war, öffnete diesen und sagte: "Wir haben etwas Brennholz mitgebracht. Lasst es uns ausladen." Wir machten uns an die Arbeit und hinter dem Holz kam eine große Kiste zum Vorschein. Ich verstand nun gar nichts mehr und war sehr aufgeregt. Etwas stimmte hier nicht. Diese Kiste war auch noch furchtbar schwer. Mühevoll wurde sie aus dem Hänger geholt. Dann führte man Mascha, Sylvia, Radi und mich zum Auto, auf dem ein großes Plakat mit vielen Unterschriften lag. Eine Flasche Sekt wurde geöffnet. Alle machten geheimnisvolle Gesichter. Der große, schwere Gegenstand wurde langsam von seiner Verpackung befreit. Ich war bereits mit den Nerven am Ende und dem heulen nah. Etwas Ungeheures ging vor sich. Stück für Stück verlor der Gegenstand seine Umhüllung. Hervor kam ein wunderschöner Ofen. Nun verlor ich vollkommen die Fassung und ließ meinen Tränen freien Lauf. Um mich herum sah ich nur strahlende Gesichter, lauter kleine und große Engel nahmen mich und meine Familie in den Arm und freuten sich über die gelungene Überraschung. Die Lieben haben Geld gesammelt und diesen herrlichen, Wärme spendenden Ofen gekauft, damit wir nicht frieren müssen.

3 wunderschöne Monate.
Die Geschichte einer armen, alten Hasendame

(von Jutta Heimbach)

Anfang März 2005 brachte mir die Freundin meines Bruders ein 8jähriges Zwergkaninchen ihres Arbeitskollegen. Abgabegrund: Allergie. Da "Moppel" nur den Aufenthalt in der warmen Stube gewohnt war, konnte ich ihn nicht zu den anderen Häschen nach draußen setzen. Also lebte er zunächst in meinem Esszimmer, damit die Katzen ihn nicht erschreckten. Anfang April brachte ich ihn zur Tierärztin, die ihn kastrieren sollte. Danach würde ich ihn dann mit meiner ebenfalls 8jährigen Kaninchendame Momo bekannt machen. Als ich Moppel von Frau Dr. Wagner abholen wollte, fragte sie: Würden Sie eventuell noch einen Hasen aufnehmen? Ich erkundigte mich nach dem Grund und sie zeigte in mir. Ich war ebenso entsetzt, wie Frau Dr. Wagner am Abend zuvor. Ein Spaziergänger hatte im Wald einen uralten Hasen gefunden. Blind, verletzt und nicht in der Lage, sich fortzubewegen. Die Hinterbeine hatten keine Kraft mehr oder waren sogar gelähmt. Das ganze Tier war mit Zecken übersät. Da hatte wohl jemand "keine Lust mehr drauf". Aber fressen tat sie wie verrückt. Frau Dr. Wagner meinte, sie haben keine Schmerzen und wenn ich ihr noch ein paar schöne Tage schenken könnte….. Natürlich sagte ich ja. Am nächsten Tag holte ich "OMI" mit Marco und Max zusammen ab. Die beiden Jungs fanden Omi ganz toll.


Da Omi mit ihren Hinterbeinen immer wegrutschte, mussten wir den Stall ganz dick mit Stroh auffüllen, damit sie Halt bekam. Sie hatte große Lebensfreude und konnte nicht genug Futter bekommen.

Nachdem die Tage dann wärmer wurden, setzten wir Omi nach draußen auf die Wiese. Was hatte sie für einen Spaß. Blitzschnell drückte sie sich mit ihren kranken Beinen ab und kam erstaunlich schnell vorwärts. Am liebsten eilte sie zu den Ausläufen in denen sich die anderen Kaninchen befanden und legte sich - glücklich über Gesellschaft - davor. Die Kleinen waren leider nicht sehr freundlich zu Omi, aber mit der Zeit haben sie sie akzeptiert.

Nach mehreren Freigängen überraschte mich Omi damit, dass sie 1 - 2 Sprünge machte. Ich traute meinen Augen nicht. Waren es tatsächlich "nur" verkümmerte Muskeln? Hatte man dieses arme Geschöpf nie laufen lassen? Es ist unfassbar. Omi fühlte sich jedenfalls wohl. Ihr Fell wurde dichter und glänzte, sie nahm zu. Viele Leute fragten, was denn mit ihr los sei. Manche haben vielleicht kein Verständnis dafür gehabt, sie so leben zu lassen. Die meisten aber fanden es prima. Anfang Juli ließ Omi mit allem nach. Ihre bis dahin 8 Sprünge, die sie hintereinander schaffte, gelangen ihr nicht mehr. Sie fraß zwar immer noch gerne, aber ihre körperlichen Funktionen ließen immer mehr nach. Ich badete sie in warmem Wasser, weil ihre Hinterbeinchen durch die Unbeweglichkeit mit Kot und Urin beschmiert waren. Die Haut wurde wund. Ich habe sie gesäubert und eingepudert. Aber es war nicht mehr schön für Omi. Durch die Sommerwärme kamen immer mehr Fliegen und ich hatte Angst, dass diese ihre Eier ablegten. Die Gefahr ist ja bei Unsauberkeit sehr, sehr groß und die Tiere sterben qualvoll. Also entschloss ich mich traurigen Herzens zu einer Fahrt zum Tierarzt. Frau Dr. Wagner bestätigte mir, dass es besser sei, Omi nicht zu quälen und sie einschlafen zu lassen. Ich habe sie bis zu ihrem letzten Atemzug gestreichelt und geheult wie ein Schlosshund.



Heuernte

Thomas, ein sympathischer, junger Mann, der uns bei der Landwirtschaft unterstützt, kündigte sich für Sonntags an. Es sei Zeit für die Heuernte.

Zusammen mit Herbert kam er und wollte mit der Arbeit beginnen. Aber vorher mussten wir unbedingt die Wiesen ablaufen um zu verhindern, dass kleine Rehkitze, die von ihren Müttern im hohen Gras zurückgelassen werden, während sie auf Futtersuche sind, durch den Mähdrescher verstümmelt oder gar getötet werden.

Jutta war bei uns und ein junges Paar aus Kümbdchen, Ludwig und Tine. Sylvia, Boris, Jutta und das Pärchen liefen bei glühender Hitze 8 Hektar Wiese systematisch ab. MIT ERFOLG! Vier Bambis konnten gerettet werden. Wir alle waren überglücklich.

Auch wenn der arme Ludwig, der an Heuschnupfen leidet!, was wir aber nicht wussten, 2 Tage gelitten hat.

Bambi

Ein kleines Rehkitz hatte nicht so viel Glück.

Es war Juli, ein schöner Sommermorgen. Früh um 5 Uhr weckte mich lautes weinen. Es kam aus dem Wald. Für mich stand fest: ein kleines Reh ist in Not. Schnell weckte ich meine beiden Mädchen, Sylvia und Mascha. Beide liefen in den Wald, in die Richtung, aus dem das kleine Tier seine ganze Not herausschrie. Und sie fanden es auch. Ein kleiner Rehbock. Sie ließen ihn an Ort und Stelle, berührten ihn selbstverständlich nicht und setzten sich sofort mit Frau Wehner in Verbindung. Frau Wehner kümmert sich aufopferungsvoll um diese kleinen verletzten Tiere. "Nicht anfassen, in Ruhe lassen. Die Mutter kommt wieder". Den ganzen Tag weinte das arme kleine Geschöpf. Wir riefen Gott und die Welt an in unserer Unsicherheit und Unwissenheit. Mit Wildtieren hatten wir keine Erfahrung. Dem Rat eines erfahrenen Weidmannes, den Bock einfach liegen und ihn seinem Schicksal zu überlassen, konnten wir nicht so ohne weiteres folgen. Böcke werden bösartig, wenn sie geschlechtsreif werden. Das stimmt wohl so, aber wenn sie frühzeitig kastriert werden, so werden sie lieb und anhänglich. Darüber wurde es Abend. Für mich stand fest, keine Mutter der Welt lässt ihr Kind so lange schreien. Ich entschied, das kleine Wesen zu holen. Schnell fanden wir es wieder. Es weinte ja laut genug. Mein Sohn Boris und Sylvia fingen es vorsichtig ein. Sie legten es mir in den Arm. Wunderschön war es. Mit großen, ängstlichen Augen sah es mich an. Wir untersuchten es und stellten fest, dass es an beiden Beinchen Verletzungen hatte.

Sofort fuhren wir es zu Frau Wehner. Unterwegs war es ganz still und kuschelte sich in meine Arme. Nachdem es kein Fläschchen annahm, musste es mit einer Sonde ernährt werden. Wir ließen Bambi bei Frau Wehner und erkundigten uns täglich nach ihm.

Aber Bambi überlebte nicht.

Später erfuhren wir, dass eine Ricke, nicht weit entfernt von der Stelle, wo wir Bambi fanden, auf der Landstraße überfahren wurde. Bambi und seine Mutter teilen mit vielen Artgenossen dieses Schicksal.

Um sich selbst und die Tiere zu schützen, sollte man Wildwechsel-Schilder beachten und entsprechend langsam fahren.

Gnadenbrot 2007

Der Schein trügt


Es war ein strahlend schöner Sonntag im April. Jutta und Hermann waren gekommen, sie wollten im Katzenhaus groß Reinemachen. Vorher setzten wir uns noch ein wenig auf den Hof, um Einiges zu besprechen. Marina, die alte Haflingerstute, und ihr Freund Bubi, ein kleiner, alter Schimmel, standen friedlich grasend auf der Wiese. Eine Weile schauten wir den beiden zu. Ein schönes Bild - ein Bild des Friedens. Wir redeten und beratschlagten, wie, wo und wann wir die geplante Katzen-terrasse bauen wollten, als Sylvia plötzlich aufsprang und in Richtung Bubi, der gerade am Bach stand, lief. Jutta und Hermann hinterher, ich war total verwirrt und lief allen nach. Bubi ist zusammengebrochen. Das friedliche Bild von vorhin änderte sich schlagartig. Bei dem lieben, kleinen Kerl angekommen, mussten wir hilflos zusehen, wie er innerhalb weniger Minuten vor unseren Augen starb. Stumme Hilflosigkeit, Traurigkeit und Entsetzen - was war bloß geschehen? Und dann: Tränen, Tränen, Tränen……


Bubi war zehn Jahre bei uns. Wir liebten ihn sehr und er fehlt uns. Aber wir wissen auch, dass wir ihm 10 lange Jahre Frieden, seine Freunde und ein artgerechtes Leben schenken konnten. Er starb auf seiner geliebten Wiese am Bach an einem Herzinfarkt. Er war schon 30 Jahre alt. Für den Kleinen war es ein friedliches Gehen. Marina, seine Freundin, nahm leise Abschied von Bubi. Sie stand ganz nah bei ihm und wir alle, Jutta, Hermann, Sylvia, Mascha und ich hatten gehört, wie sie leise schnaubend und Laute von sich gebend, Adieu sagte. Unsere große Sorge galt nun Marina. So viele Jahre waren sie und Bubi beisammen. Wie wird sie es verkraften ohne ihn? Pegasus war unsere Rettung. Er was fast noch ein Kind und vor 3 Jahren als Jährling krank, ausgehungert und total verängstigt von uns gerettet worden. Marina musste früher - lange bevor sie zu uns kam - zur Gewinnung von Stutenmilch viele Fohlen zur Welt bringen. Denn ohne Fohlen gibt es keine Milch. Viele Menschen trinken diese Milch aus verschiedenen Motiven. Sie überlegen aber nicht, wie viele süße Fohlen dafür das Licht der Welt erblicken und auch ganz schnell wieder sterben müssen. Denn wohin mit all den Fohlen? Jedes Jahr werden neue "produziert", um so zu der begehrten Milch zu kommen. So ging es Marina also früher. Sie war ganz einfach ein "Mama-Tier" und adoptierte den armen, kleinen Pegasus sofort. Die Liebe zwischen den Beiden ist groß und jeder, der uns besucht, kann Mama und Kind entweder auf ihrer geliebten Wiese am Bach oder in ihrem Unterstand sehen


Pippa im Glück


Pippa kam schon als kleines Ferkel auf den Hof. Es wurde vor dem Schlachter gerettet und liebevoll im Haus großgezogen (damals noch in Altweidelbach). Aber sie wuchs und wuchs, und irgendwann wackelte das ganze Haus, wenn sie darin herumlief. Und so blieb nur ein Weg: Sie musste nach draußen in den Stall umziehen. In Altweidelbach hatte sie stets Zugang zu einem großen Auslauf und war oft auch nachts im Freien, was ihr saugut gefiel. Der Umzug nach Budenbach brachte viele Vorteile, doch noch lange ist nicht alles umgesetzt, was an Plänen so in den Schubladen schlummert. Teils aus Geldmangel, teils einfach deshalb, weil zur Umsetzung mancher Baumaßnahme immer wieder tatkräftige und fachkundige Helfer benötigt werden. Pippa hat in Budenbach einen schönen, sehr großen Stall mit einem Fenster. Leider muss sie sich immer - wenn sie nach draußen schauen will - auf die "Fensterbank" lehnen. Sicherlich hat jeder von Ihnen, der uns besucht hat, diese "eindrucksvolle Begrüßung" schon erlebt. Ein herrliches Bild. Aber da Pippa ein ziemliches Gewicht auf die Waage bringt, ist das für ihre Knochen und Gelenke natürlich nicht so toll. Also wurde überlegt, wie wir ihr "Schweineleben" verbessern können. Zuerst kam Sokrates mit Sylvia und der "HILTI" und sie brachen ein großes Loch in die Wand (auch "Tür" genannt). Dies erforderte einiges an Energie, da es sich um eine unglaublich dicke Wand handelt. Aber die Beiden haben es geschafft. Sie bauten ein kleines Eisengitter vor die Öffnung und nun kann Pippa im Liegen auf den Hof schauen und ihre Neugier befriedigen. Nun sollte aber auch noch ein Auslauf her. Nach einigen Planungsideen wurde im Juli 2007 nun endlich alles in die Tat umgesetzt - ein kleiner Schritt für die Menschheit, doch ein Riesenschritt für Pippa. Sandra und Frank, Karin und Tom, sowie Klaus-Dieter trennten ein großes Stück vom Pferdeauslauf ab - genau dort, wo sich bei Regen auch eine schöne Matschkuhle bildet. Genau nach Pippas Geschmack. Wir haben den Bau und auch die Einweihung mit ein paar schönen imgn dokumentiert. Und wenn sie genau hinsehen, können Sie in Pippas Gesicht ein deutliches Grinsen erkennen :o) Danke liebe Freunde für Eure Hilfe - immer wenn ich an Euch denke, wird mir ganz warm ums Herz.


Ramona

Ramona - eine große, imposante, jedoch sehr sensible dunkle Fuchsstute. Vor einiger Zeit brachten zwei junge Frauen sie auf den Gnadenhof und retteten Ramona somit vor dem sicheren Tod. Circa 400 km ist der Gnadenhof von dem Reitbetrieb entfernt, in dem Ramona als Schulpferd ihren täglichen Pflichten nachging. Jedoch mit der Zeit verkraftete sie den Stress nicht mehr, der ihr zugemutet wurde (Schulpferde haben es nicht einfach). Immer wieder neue Reitschüler auf dem Rücken zu tragen, den Kopf an den Körper gebunden (Ausbinder nennt man das), damit sie ihn nicht hochreißt und versucht, unter dem Reitschüler davon zu laufen und so den Menschen, der gerade auf ihr reiten lernt, mit ihrem Verhalten nicht gefährdet. Das alles war zuviel für das sensible Tier. Einige Male brach Ramona unter ihrem Reiter zusammen, blieb auf dem Boden liegen und aus den Nüstern lief Blut. Ramona war für den Reitbetrieb nutzlos geworden. Man beschloss, das Tier zum Schlachter zu bringen. Sandra Sievers, unsere junge Tierheilpraktikerin, aktive Vereinskameradin und Freundin des Gnadenhofes, erfuhr von dem Schicksal der Stute, informierte uns und auch die Reitschüler, die Ramona um jeden Preis retten wollten. So kamen der Reitverein und der Gnadenhof in Kontakt. Durch die finanzielle Hilfe einer langjährigen Freundin und Förderin des Gnadenhofes, bauten wir für Ramona einen Stall, damit wir schnell helfen konnten. Dann war es soweit: Ramona wurde auf den Gnadenhof gebracht. Ängstlich zitternd und mit weit aufgerissenen Augen kam sie an. Blut lief ihr aus den Nüstern. Noch am gleichen Tag bekam sie Koliken. Unser sofort herbei gerufener Tierarzt untersuchte sie und verabreichte ihr Medikamente. Nur langsam ging es ihr besser. Sie wurde ruhiger, aus Angst wurde Neugier (Pferde sind sehr neugierige Tiere). Freundlich und mit einem leisen Wiehern begrüßte sie ihre neue Umgebung. Zu uns fand sie sehr schnell Vertrauen. Der erste Weidegang stand an. Mit Grandessa und Fricka, zwei freundlichen Pferdedamen, hatte sie den ersten Kontakt, der ganz schnell zu einer Freundschaft wurde. Von der restlichen Herde hielten wir sie noch getrennt, damit es nicht zu Streitereien kommen konnte. Aber auch das regelte dieses wunderbare Tier von ganz alleine. Die drei Damen sprangen über den innerhalb der Wiese nicht so sehr hohen Elektrozaun und standen nun friedlich grasend alle beieinander. Ramona ist nun mehr als ein halbes Jahr auf dem Gnadenhof. Sie ist gesund, genießt den alltäglichen Weidegang mit der Herde und dankt es mit Anhänglichkeit und Liebe. Sandra kommt häufig auf den Gnadenhof, um mit den Hunden spazieren zu gehen. Sie besucht Ramona und hält Kontakt zu den ehemaligen Reitschülern, die so hartnäckig um Ramonas Leben gekämpft haben. Alle sind froh und glücklich über den Ausgang der Geschichte von Ramona, dem Schulpferd.

Danke an alle, die diese Rettung
möglich gemacht haben!