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Ramona

Ramona - eine große, imposante, jedoch sehr sensible dunkle Fuchsstute. Vor einiger Zeit brachten zwei junge Frauen sie auf den Gnadenhof und retteten Ramona somit vor dem sicheren Tod. Circa 400 km ist der Gnadenhof von dem Reitbetrieb entfernt, in dem Ramona als Schulpferd ihren täglichen Pflichten nachging. Jedoch mit der Zeit verkraftete sie den Stress nicht mehr, der ihr zugemutet wurde (Schulpferde haben es nicht einfach). Immer wieder neue Reitschüler auf dem Rücken zu tragen, den Kopf an den Körper gebunden (Ausbinder nennt man das), damit sie ihn nicht hochreißt und versucht, unter dem Reitschüler davon zu laufen und so den Menschen, der gerade auf ihr reiten lernt, mit ihrem Verhalten nicht gefährdet.

Das alles war zuviel für das sensible Tier. Einige Male brach Ramona unter ihrem Reiter zusammen, blieb auf dem Boden liegen und aus den Nüstern lief Blut. Ramona war für den Reitbetrieb nutzlos geworden.

Man beschloss, das Tier zum Schlachter zu bringen. Sandra Sievers, unsere junge Tierheilpraktikerin, aktive Vereinskameradin und Freundin des Gnadenhofes, erfuhr von dem Schicksal der Stute, informierte uns und auch die Reitschüler, die Ramona um jeden Preis retten wollten. So kamen der Reitverein und der Gnadenhof in Kontakt. Durch die finanzielle Hilfe einer langjährigen Freundin und Förderin des Gnadenhofes, bauten wir für Ramona einen Stall, damit wir schnell helfen konnten. Dann war es soweit: Ramona wurde auf den Gnadenhof gebracht. Ängstlich zitternd und mit weit aufgerissenen Augen kam sie an. Blut lief ihr aus den Nüstern.

Noch am gleichen Tag bekam sie Koliken. Unser sofort herbei gerufener Tierarzt untersuchte sie und verabreichte ihr Medikamente. Nur langsam ging es ihr besser. Sie wurde ruhiger, aus Angst wurde Neugier (Pferde sind sehr neugierige Tiere). Freundlich und mit einem leisen Wiehern begrüßte sie ihre neue Umgebung.

Zu uns fand sie sehr schnell Vertrauen. Der erste Weidegang stand an. Mit Grandessa und Fricka, zwei freundlichen Pferdedamen, hatte sie den ersten Kontakt, der ganz schnell zu einer Freundschaft wurde. Von der restlichen Herde hielten wir sie noch getrennt, damit es nicht zu Streitereien kommen konnte. Aber auch das regelte dieses wunderbare Tier von ganz alleine.

Die drei Damen sprangen über den innerhalb der Wiese nicht so sehr hohen Elektrozaun und standen nun friedlich grasend alle beieinander. Ramona ist nun mehr als ein halbes Jahr auf dem Gnadenhof. Sie ist gesund, genießt den alltäglichen Weidegang mit der Herde und dankt es mit Anhänglichkeit und Liebe. Sandra kommt häufig auf den Gnadenhof, um mit den Hunden spazieren zu gehen. Sie besucht Ramona und hält Kontakt zu den ehemaligen Reitschülern, die so hartnäckig um Ra
monas Leben gekämpft haben. Alle sind froh und glücklich über den Ausgang der Geschichte von Ramona, dem Schulpferd.

 

Danke an alle, die diese Rettung möglich gemacht haben!