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Bambi - ein kleines Rehkitz hatte nicht so viel Glück

Es war Juli, ein schöner Sommermorgen. Früh um 5 Uhr weckte mich lautes weinen. Es kam aus dem Wald. Für mich stand fest: ein kleines Reh ist in Not. Schnell weckte ich meine beiden Mädchen, Sylvia und Mascha. Beide liefen in den Wald, in die Richtung, aus dem das kleine Tier seine ganze Not herausschrie. Und sie fanden es auch. Ein kleiner Rehbock. Sie ließen ihn an Ort und Stelle, berührten ihn selbstverständlich nicht und setzten sich sofort mit Frau Wehner in Verbindung. Frau Wehner kümmert sich aufopferungsvoll um diese kleinen verletzten Tiere. "Nicht anfassen, in Ruhe lassen. Die Mutter kommt wieder". Den ganzen Tag weinte das arme kleine Geschöpf. Wir riefen Gott und die Welt an in unserer Unsicherheit und Unwissenheit. Mit Wildtieren hatten wir keine Erfahrung. Dem Rat eines erfahrenen Weidmannes, den Bock einfach liegen und ihn seinem Schicksal zu überlassen, konnten wir nicht so ohne weiteres folgen. Böcke werden bösartig, wenn sie geschlechtsreif werden. Das stimmt wohl so, aber wenn sie frühzeitig kastriert werden, so werden sie lieb und anhänglich. Darüber wurde es Abend. Für mich stand fest, keine Mutter der Welt lässt ihr Kind so lange schreien. Ich entschied, das kleine Wesen zu holen. Schnell fanden wir es wieder. Es weinte ja laut genug. Mein Sohn Boris und Sylvia fingen es vorsichtig ein. Sie legten es mir in den Arm. Wunderschön war es. Mit großen, ängstlichen Augen sah es mich an. Wir untersuchten es und stellten fest, dass es an beiden Beinchen Verletzungen hatte.

 

Sofort fuhren wir es zu Frau Wehner. Unterwegs war es ganz still und kuschelte sich in meine Arme. Nachdem es kein Fläschchen annahm, musste es mit einer Sonde ernährt werden. Wir ließen Bambi bei Frau Wehner und erkundigten uns täglich nach ihm.

 

Aber Bambi überlebte nicht.

 

Später erfuhren wir, dass eine Ricke, nicht weit entfernt von der Stelle, wo wir Bambi fanden, auf der Landstraße überfahren wurde. Bambi und seine Mutter teilen mit vielen Artgenossen dieses Schicksal.

 

 

Um sich selbst und die Tiere zu schützen, sollte man Wildwechsel-Schilder beachten und entsprechend langsam fahren.